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Volksbank meldet gutes Ergebnis trotz Niedrigzins

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vertreterversammlung der Volks- und Raiffeisenbank Ostholstein Nord-Plön / Kostendruck führt zu Neustrukturierung der Filialen

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 11:18 Uhr

Die anhaltenden niedrigen Zinsen belasten alle Banken. Dennoch meldet der Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank (VR) Ostholstein Nord-Plön ein gutes Ergebnis für das Jahr 2016. Der Bilanzgewinn von 13,08 Millionen Euro liege leicht unter dem Vorjahr. „Wir sind mit dem erreichten Ergebnis insgesamt zufrieden“, fasste Vorstandssprecher Klaus Treimer am Dienstag in der Vertreterversammlung in Weissenhäuser Strand zusammen. Dies gelte besonders angesichts der Herausforderungen mit anhaltend sehr niedrigen Zinsen.

Man erlebe derzeit „das absolut niedrigste Zinsniveau seit Jahrzehnten“, so Treimer weiter. Billiges Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) überfluteten die Märkte. Das stabile Ergebnis habe wie in den Vorjahren nur durch gute Wachstumsraten bei der VR Bank erreicht werden können. Davon profitieren auch die Mitglieder der Genossenschaftsbank: Sie werden eine Dividende von 6,5 Prozent erhalten. „Neben einer soliden Dividende konnten wir wiederum aus dem Ergebnis das Eigenkapital zur Verbesserung unserer Zukunftsfähigkeit stärken“, so Treimer weiter.Das Kreditgeschäft habe die Bank um 6,1 Prozent auf rund 958 Millionen Euro gestreigert. Es seien über 200 Millionen Euro neue Kredite vergeben worden.

„Während die Kreditnachfrage, insbesondere für gewerblich-landwirtschaftliche Kredite und Baufinanzierungen auf längere Zinsbindungen ausgerichtet ist, ist der weit überwiegende Teil der Kundeneinlagen sehr kurzfristig, meist in Form von Tagegeld angelegt. Diese Entwicklung ist auch ein Ergebnis der anhaltend niedrigen Zinsen.“ Dreiviertel des Kreditgeschäfts der Bank machten Privatkunden, die Land- und Forstwirtschaft und der Bereich Dienstleistungen aus.

Positiv hätten sich stabile Erträge im Zahlungsverkehr und aus Vermittlungsgeschäften (Bausparen, Wertpapiere, Versicherungen und Immobilien) ausgewirkt. „Die Erträge aus Krediten und anderen Anlagen schwinden und damit der verbundene Kostendruck beschäftigt uns. Ein kritischer Blick auf die Kosten bleibt nicht aus.“ Einige Filialen seien auf Automaten umgestellt worden, auf Fehmarn kooperiere man mit der Sparkasse. „Zudem investieren wir enorm in unsere digitalen Lösungen“. Die Bank konzentriere sich nach ihrer Neustrukturierung auf 13 serviceintensive Standorte. In Planung sei auch eine neue Online-Bank zur Ergänzung des Angebots. Derzeit beschäftige die Bank 280 Mitarbeiter auf 250 Vollzeitstellen. Die Verwaltungskosten seien fast unverändert geblieben.

Für Treimer beginnt das letzte Jahr als Vorstandssprecher der Bank. 2018 wird er in Rente gehen, Lars Nissen und Stefan Frahm bilden dann den Vorstand. Wie alle in der Region verwurzelten Banken stehe die VR Bank vor einer großen Herausforderung durch niedrige Zinsen, steigende Kosten und ihrer Verbreitung in der Fläche. „Aber die Genossenschaft ist auch heute noch aktuell. Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen sind heute der Pol in der Region“, sagte Landrat Reinhard Sager in einem Grußwort

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