Volksbank eröffnet Online-Filiale

Vorstand und die wiedergewählten Aufsichtsräte: Tanja Kannenberg (links) und (von rechts) Matthias Benkstein, Rolf Matzanke, Helge Tesnau und Wolfgang Rahlf.
Vorstand und die wiedergewählten Aufsichtsräte: Tanja Kannenberg (links) und (von rechts) Matthias Benkstein, Rolf Matzanke, Helge Tesnau und Wolfgang Rahlf.

Vertreterversammlung billigt gestern eine Jahresrechnung mit erneut gewachsener Bilanzsumme / Institut setzt auf Digitalisierung

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26. Juni 2018, 12:49 Uhr

Anhaltend niedrige Zinsen, rasant voranschreitende Digitalisierung und eine bedrohlich werdende Bankenregulierung machen nicht nur der Volksbank Eutin Sorgen. Solchen Unbilden zum Trotz hat der Vorstand gestern der Vertreterversammlung im Schlossterrassensaal einen Geschäftsbericht mit einer von 438 auf 474 Millionen Euro gestiegenen Bilanzsumme vorgelegt, ein Wachstum um 8,3 Prozent.

Die Jahresrechnung wurde einmütig gebilligt, zugleich die Zahlung einer Dividende von sechs Prozent auf Mitgliederanteile genehmigt. Ebenso einstimmig wurden Mitglieder des Aufsichtsrates nach abgelaufener Amtszeit wiedergewählt: Rolf Matzanke, Helge Tesnau (beide Eutin) und Wolfgang Rahlf (Schürsdorf).

Laut Vorstandsbericht wurde das Kundengesamtvolumen um gut vier Prozent auf 926 Millionen Euro gesteigert. Die Summe der Ausleihungen habe mit knapp 250 Millionen Euro auf Vorjahresniveau gelegen. Im Finanzverbund seien 17,7 Millionen Kundenkredite vermittelt worden. Ein Eigenkapital in Höhe von 57,1 Millionen Euro sei solide.

Die Kundeneinlagen hätten sich um 33,9 auf 383,6 Millionen Euro erhöht, mit den Verbundpartnern und den Wertpapierdepots hätten die gesamten Kundengelder 560 Millionen Euro betragen. Mit 10 359 Mitgliedern zum Jahresende war der Bestand im zweiten Jahr erneut leicht gesunken.

Trotz niedrigem Zinsniveau habe sich ein Zinsüberschuss von 10,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau eingestellt, auch der Provisionsüberschuss sei mit 3,9 Millionen gleich geblieben. Die Personalkosten seien trotz Lohnerhöhung um rund 250 000 auf 6,1 Millionen Euro gesenkt worden, die Verwaltungsaufwendungen um 125 000 auf 3,4 Millionen Euro. Knapp 1,36 Millionen Euro habe die Bank an Steuern gezahlt.

Im Gespräch mit Mitarbeiter Raphael Granzow äußerten sich die Vorstände Tanja Kannenberg und Matthias Benkstein über Themen wie Kreditgeschäft, Kundenvertrauen, Geschäftsentwicklung und Herausforderungen. Die Volksbank bleibe ein attraktiver Kreditgeber in der Region, unterstrich Tanja Kannenberg, und beim Blick auf dieses Jahr äußerte sie Optimismus zur erwarteten Ertragslage. „Die Staatshaushalte werden deutlich entlastet, Unternehmen können zinsgünstig investieren und Bauherren sowie Immobilieninvestoren finden hervorragende Rahmenbedingungen vor.“

Matthias Benkstein äußerte die Überzeugung, dass die Zinsen weiter niedrig bleiben. Sinkenden Zinsüberschüsse müssten alle Banken durch konsequente Kostenreduzierung begegnen. Benkstein verwies weiter auf ein Digitalisierungsprojekt der Volksbank, das im September 2017 begonnen worden sei: Am 15. Mai sei eine Online-Geschäftsstelle eröffnet worden. „Wir haben damit den Online-Produktverkauf aufgenommen und stellen über 50 Online-Serviceaufträge zur Verfügung. In Kürze könnten Kunden in allen Geschäftsstellen WLan nutzen und im Herbst folge die erste digitale Kreditkarte. Wir planen Kundenseminare zur Digitalisierung, damit wir unsere junggebliebenen Senioren in die neue Zeit mitnehmen können.“

Den Regularien folgte ein Vortrag des Motivationstrainers Steffen Kirchner. Sein Thema: „Veränderungslust – Wie Sie Menschen für neue Wege begeistern“.

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