Eutin/Malente : Vogelschutz unbestreitbar wichtig

Holger Jürgensen, Schriftführerin Helga Schümann und Petra Theiss führen den Verein ohne Hans-Ulrich Asbach (von rechts) weiter.
Holger Jürgensen, Schriftführerin Helga Schümann und Petra Theiss führen den Verein ohne Hans-Ulrich Asbach (von rechts) weiter.

Vogelschutzgruppe Eutin-Malente will mehr Werbung machen / Hans-Ulrich Asbach bleibt bei den Vorstandswahlen ohne Nachfolger

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26. Januar 2015, 15:42 Uhr

Breite Anerkennung für ihren Einsatz erntete am Sonntagnachmittag die Vogelschutzgruppe (VSG) Eutin-Malente bei der Jahresversammlung im Behrens-Bus-Terminal. Die rund 40 Mitglieder und Gäste bekamen aber auch die Sorgen des Vorstandes zu hören, dass es immer schwerer falle, den Nachwuchs einzubinden.

„Mit 18 Exkursionen in Schleswig-Holstein erfüllten wir den Wunsch der an Freilandornithologie interessierten Mitglieder und Gäste“, sagte der Vorsitzende Holger Jürgensen in seinem Tätigkeitsbericht 2014. Rückgängig sei die Teilnehmerzahl bei den neun Vortragsabenden mit Referenten gewesen, so dass zu überlegen sei, die Anzahl der Vorträge zu reduzieren. Ebenfalls rückläufig sei das Interesse an den Abendspaziergängen, bei denen es ums Kennenlernen heimischer Vögel und deren Stimmen gehe.

Um mehr Menschen für die Ornithologie zu interessieren, rief Jürgensen die Mitglieder auf, für die Vogelschutzgruppe Werbung zu machen. Die Ausgangsposition sei gut, da der Vogelschutz dem Allgemeinwohl diene, im gesellschaftlichen Trend liege und ethisch nicht angreifbar sei.

„Einen Eisvogel zu sehen, ist wie einen Diamanten zu sehen“, schwärmte der zweite Vorsitzende Hans-Ulrich Asbach in seinem Bericht über die Projektgruppe Eisvogel. Sie betreut zwölf Brutplätze zwischen Plön, Eutin, Pönitz und Neustadt. Allerdings seien nur vier von einer erfolgreichen Brut gekrönt gewesen, darunter in Fissaubrück. Trotz des Einsetzens von Leichtbetonrohren, um den Eisvögeln die Suche nach Nistplätzen zu erleichtern, habe es Probleme bei der Aufzucht der Brut gegeben. Was die Gründe dafür seien, solle in diesem Jahr genauer beobachtet werden, so Asbach.

„In Eutin und Malente haben Vögel einen starken Anwalt“, lobte der stellvertretende Bürgervorsteher der Stadt Eutin, Karlheinz Jepp. Schon Ende des 19. Jahrhunderts sei Vogelschutz relevant gewesen, zitierte er aus dem Anzeiger für das Fürstenthum Lübeck, dem Vorgänger des Ostholsteiner Anzeigers, eine Gesetzesregelung. Dass Kooperation zwischen Eutin und Malente klappe, beweise die Vogelschutzgruppe damit, dass beide Namen berücksichtigt seien, war Malentes Bürgervorsteher Rainer Geerdts erfreut. „Die Natur braucht Verbündete“, betonte der Hegeringleiter Eutin, Rudolf Stein, die Verbundenheit zur Vogelschutzgruppe.

Für eine weitere Amtszeit stand Hans-Ulrich Asbach aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Trotz intensiver Suche fand sich niemand, der sich aufstellen ließ. Gesetzlich
sei der Verein drei Jahre
ohne die Besetzung des Vorstandspostens handlungsfähig, informierte Jürgen-sen. Wiedergewählt wurde die Schatzmeisterin Petra Theiss, der die Kassenprüfer eine „vorzügliche Kassenführung“ attestierten.




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