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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 01:10 Uhr

Vögel in der Stadt: Symbiose mit Menschen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sie sind keine ursprünglichen Lebensräume für unsere Vogelwelt, und dennoch haben manche Vogelarten die von Menschen besiedelten Bereiche der Städte und Dörfer erobert und sind heute aus dem urbanen Leben nicht wegzudenken. In Parks, Friedhöfen und Gärten haben sie eine ökologische Nische gefunden.

Das Zusammenleben zwischen Vogel und Mensch in den Städten ist schon fast mit einer Symbiose vergleichbar. Während Vögel dem Menschen etwas Natur und Ursprüngliches in die von Straßen, Häusern und Verkehr geprägte Umgebung bringen, nutzen sie umgekehrt dort eine Art Grundversorgung mit Nistplatz, Wasser, Nahrung und winterlichem Futterangebot. Da gibt es im Gegensatz zu den jahreszeitlichen Schwankungen in der natürlichen Umgebung das permanente Angebot an Essbarem aus Abfalleimern, vom Müllplatz und bei besonderen Gelegenheiten (Futterhäuser, Getreideverladungen, Gartenabfälle).

Dass sich die notwendige Ganzjahresfütterung am Futterhaus in der Zwischenzeit bewährt hat, geht aus vielen begeisterten Berichten der Bürger hervor. Besonders auf verkehrsberuhigten und größeren, öffentlichen Plätzen treffen wir die Straßentaube an, ein Nachkomme der Felsentaube oder Mischling aus vielen Zuchtrichtungen der Brieftaube. Trotz der Belastung des menschlichen Straßenlebens durch ihren Kot werden sie von vielen Bürgern fleißig gefüttert.

Das städtische Winterklima gilt als milder, und zudem bieten Städte recht unterschiedliche Nistmöglichkeiten. Die Türkentauben haben diese Vorteile besonders schnell zu nutzen gelernt, schreiten mehrmals im Jahr zur Brut – erreichen bereits im ersten Lebensjahr die Geschlechtsreife – und sind sehr erfinderisch in der Wahl ihrer Brutplätze. Straßentauben haben in den vergangenen Jahren auch die Ansiedlung von Wanderfalken ausgelöst, die sich vor allen Dingen in den Großstädten auf Kirchen, hohen Dächern und Strommasten dank des großen Taubenangebotes fortpflanzen können.

Es kann heute vorkommen, dass man in Städten exotische Vogelarten beobachtet, die oft Gefangenschaftsvögeln entstammen und aus einem Käfig oder einer Voliere entwichen sind. Beispiele dafür sind die Kanada- wie Nilgänse, Mandarinenenten und Halsbandsittiche, auch Kleine Alexandersittiche genannt, die sich an das urbane Leben angepasst haben. Vor 30 Jahren soll eine Population des Halsbandsittichs in Mannheim ihren Anfang genommen haben, als sich ein zweiter Vogel zu einem bereits im dortigen Luisenpark lebenden hinzugesellte. Heute kann man diese Exoten in großer Zahl bei einem Besuch des Parks, aus dessen Freiflugvoliere sie entwichen sind, sehen. Den frei fliegenden Artgenossen werden mittlerweile auch Nisthilfen und Futter angeboten.

Andere Quellen besagen, dass die erste deutsche Freilandbeobachtung dieses Edelsittichs bereits 1969 in Köln stattfand, wo der Bestand auf knapp 2000 Exemplare angewachsen sei (Zahl aus 2011). Im gesamten Bundesgebiet hat man 7500 Vögel und 1500 Brutpaare gezählt – beispielhaft für die städtische Anziehungskraft auf spezielle Vogelarten. Im Jahre 2012 war dann die „Geldmetropole“ Frankfurt am Main mit einer Sittich-Besiedlung „dran“.

Im Sommer leben in Städten wie Eutin auch die Mauersegler, die über Nester in Dachgauben und unterschiedlichen Schlupflöchern an hohen Gebäuden verfügen. Sie sind äußerst rasante Flieger, die nahezu ausschließlich in der Luft leben, wo wir sie an ihrem sichelförmigen Flugbild erkennen. Sie leben von fliegenden Insekten, die sie mit weit aufgesperrtem Schnabel fangen, und des nachts steigen sie zum Ruhen weit hoch in die Luft (ein „Schlaf“ mit zahllosen Unterbrechungen und kurzfristigen Flugkorrekturen).

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erstellt am 08.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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