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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 15:29 Uhr

Plön : Virtuelles Lager kommt an

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gelebte Willkommenskultur in Plön: Die 60-jährige Hannelore Köpp verwaltet ehrenamtlich Spenden der Plöner für die Flüchtlinge

von
erstellt am 08.Sep.2015 | 16:53 Uhr

Flüchtlinge, die Deutschland erreichen, haben meistens nur das Notwendigste in einem Rucksack oder in Taschen verstaut bei sich. Damit sie sich nach der Erstaufnahme in ihren neuen Unterkünften auch wohl fühlen, werden ganze Hausstände benötigt: Bettwäsche, Bestecke, Töpfe, Ess-Service, Handtücher, Kühlschränke, Wasserkocher, Mikrowellen aber auch TV-Geräte und Receiver. Die Spendenbereitschaft auch in Plön und Umgebung ist groß. Damit man mit den Spenden aber keine ganze Halle füllen muss, gibt es in Plön ein Online-Lager. Die Spenden werden virtuell gesammelt.

Zuständig für das Online-Lager ist die 60-jährige Hannelore Köpp aus Plön. Sie gehört zu den fast 30 Mitgliedern des Ehrenamtskreises aus Plön und den Umlandgemeinden, der seit fast einem Jahr besteht und von der Diplom-Sozialpädagogin Elke Springer von der Stadt Plön betreut wird. Die Kirchengemeinde und die Familienbildungsstätte engagieren sich in der gelebten Willkommenskultur ebenfalls.

Das Online-Lager von Hannelore Köpp funktioniert denkbar einfach: bei der Computer-begeisterten gehen die Spenden telefonisch ein. Sie registriert die gemeldeten Spenden, kategorisiert sie und listet sie akribisch tabellarisch auf. „So habe ich es deutlich einfacher, wenn gezielt etwas benötigt wird“, weiß Köpp. Die Bürokauffrau arbeitet sehr gern mit Computern: „Und da ich zurzeit arbeitslos bin, damit Zeit aber auch Lust habe, etwas zu machen, bin ich hier für die Willkommenskultur sehr gern behilflich.“

„Wir hatten keinen rechten Lagerraum für die vielen Spenden und so kamen wir auf das Online-Lager“, schmunzelt Elke Springer. Hannelore Köpp „sortiert“ auf ihrem Computer zu Hause die fast täglich eingehenden Spenden. Ihr fehlen derzeit Haushaltsartikel, Staubsauger, Fährräder, TV-Geräte und Receiver aber auch Radios. Gesucht werden Kaffeemaschinen oder Wolldecken zum Winter. Kleidung erhalten die Flüchtlinge meistens in der Kleidergarage im Plöner Pasterstieg.

„Die Übergabe der Spenden erfolgt ganz nach den Wünschen der Spender, wie sie vorher am Telefon besprochen wurden“, sagte Hannelore Köpp. Manche lassen die Sachen von zu Hause abholen, andere bringen sie direkt zu den Adressaten, wenn sie gebraucht werden. Adressen und Namen finden sich auf der Lagerliste nicht. Die Spender bleiben somit auch anonym. „Hauptsächlich sind es ältere Menschen“, weiß Hannelore Köpp aus bisher unzähligen Telefonaten mit Spendern. Sie hätten meistens selbst schlechte Zeiten erlebt und wüssten, wie sich Flucht aus der Heimat anfühlt. Besonders Familien spendeten viele Spielsachen für die Flüchtlingskinder. Köpp: „Es geben viele Gutsituierte aber auch Menschen, die selbst nicht viel haben.“

Wenn es diese Online-Börse in Plön nicht gäbe, dann müsste sie erfunden werden. Die Flüchtlinge erhalten nämlich beim Bezug ihrer Wohnung nur die Grundausstattung. „Mit den Spenden der Plöner werden ihre Lebensumstände viel schöner“, freut sich Hannelore Köpp. Die Wohnungen könnten schöner und gemütlicher gestaltet werden.

Die Plöner sind auf die erwarteten Flüchtlingsströme gut eingestellt. „Derzeit kommt allerdings mehr rein als raus geht“, sagte Elke Springer. Jetzt werde an anonymisierten Listen in den Sprachen der Flüchtlinge gearbeitet – arabisch, kurdisch, englisch, polnisch oder auch russisch. Damit die Flüchtlinge der verschiedenen Länder wissen, was sie überhaupt abrufen können. Geplant ist auch eine Homepage, die die Flüchtlinge aufrufen können. Flyer der Stadt sind bereits in mehreren Sprachen vorhanden.

Für Elke Springer steht fest: „Wir brauchen dringend noch mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.“ Das nächste Treffen des Ehrenamtskreises der Stadt Plön findet am Dienstag, 22. September, ab 17 Uhr in der Offenen Ganztagsschule im Plöner Schiffsthal statt. Wer bis dahin das Online-Lager bedienen möchte, kann sich mit Hannelore Köpp (Tel. 04522/593698, Mail: wikoku-ploen@gmx.de) in Verbindung setzen. Wer Geld spenden möchte, kann die Spende direkt an die Stadt Plön (Konto-Nr. 9555, Förde Sparkasse, Stichwort: „Willkommenskultur für Flüchtline“) richten.  

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