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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 21:34 Uhr

Vincent Haaga ist Vize-Weltmeister

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

22jähriger Sportschütze kämpft sich in Moskau bis ins Finale vor und verliert dort gegen Olympiasieger Gabriele Rossetti aus Italien

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 21:44 Uhr

Eigentlich wäre schon die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Moskau ein gelungener Saisonabschluss gewesen. Doch mit dem Gewinn des Titels Vize-Weltmeister hat Vincent Haaga sein Sportjahr verlängert: Er darf beim Welt-Cup-Finale starten, das Ende Oktober in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ausgetragen wird.

Vor dem Einzug ins WM-Finale waren die Nerven gespannt. Vincent Haaga wusste, dass er sich im Halbfinale der Weltmeisterschaft im Skeetschießen in der letzten 25er Serie nur noch einen Fehler erlauben durfte, um den Endkampf vielleicht über ein Stechen zu erreichen. Zwei Fehlschüsse hätten das „Aus“ bedeutet. Haaga unterlief ein Fehler, dem Argentinier Federico Gil aber auch, sodass der 22jährige Bundeswehrsoldat, der der Sportförderkompanie angehört, in das Duell um Gold und Silber einzog. Dort unterlag er dem Olympiasieger Gabriele Rossetti aus Italien knapp mit 52:54 Treffern und gewann so vollkommen überraschend die Silbermedaille. Bundestrainer Axel Krämer sei sehr stolz und habe sich mit ihm gefreut, berichtet Haaga.

Eine Woche zuvor hatte Haaga bei den deutschen Meisterschaften in München den Titel gewonnen (wir berichteten). „Bei der WM in Moskau herrschte eine andere Atmosphäre, wir sind als deutsche Delegation angereist, waren separat untergebracht, dort waren viele Sponsoren vor Ort, das Medieninteresse war groß, es haben einige Fernsehteams berichtet“, schildert Vincent Haaga, der aus Heringsdorf in Ostholstein stammt und für den JWC Osterholz schießt. Die deutsche Mannschaft habe ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt. „Man kann sich als Team sehr gut gegenseitig pushen, aber letztlich steht jeder allein auf der Platte“, sagt Haaga. Vor der Weltmeisterschaft hatte er einen gewissen Respekt, doch dann blendete er die besondere Situation aus: „Man muss sich voll auf den technischen Ablauf konzentrieren, jeder Fehlschuss kann das Aus bedeuten“, berichtet Vincent Haaga. Er schießt mit einer Schrotflinte, Kaliber 12, die 3,7 Kilogramm wiegt.

In Moskau habe die Durchschnittstemperatur bei 15 Grad gelegen. Zwischendurch habe es geregnet, in der zweiten Runde habe der Regen zeitweise die Sicht getrübt. Der Wind habe keine Rolle gespielt. Haaga war auf den Punkt topfit. Mit 122 von 125 möglichen Scheiben stellte er seine persönliche Bestleistung ein. Zum Vergleich: Gleich sechs Schützen schieden mit 121 Treffern nach der Qualifikation aus. Sven Korte wurde mit 119 Scheiben aus dem Vorkampf in der Endabrechnung 32., in der Mannschaftswertung belegte Deutschland mit 331 Treffern den 21. Platz, Gold ging an das Team aus Italien mit 364 Scheiben.

Das Welt-Cup-Finale ist für den 22-Jährigen ein weiterer großer Schritt. Dazu werden die 16 besten Schützen eingeladen. Vincent Haaga wird als einziger Skeetschütze für den Deutschen Schützenbund starten, außer ihm ist als Flintenschützin noch Kathrin Wieselhuber in Neu-Delhi dabei. Beide werden vom Bundestrainer betreut. „Dass ich beim Weltcupfinale starten darf, ist eine große Auszeichnung“, sagt Haaga bescheiden.

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