Vierte Amtszeit für Andree Bendrich

Wehrführer Andree Bendrich (li.) gratuliert seinem Stellvertreter Rainer Schumacher zur Wiederwahl.
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Wehrführer Andree Bendrich (li.) gratuliert seinem Stellvertreter Rainer Schumacher zur Wiederwahl.

Die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzfeld dreht sich vorwiegend um eine Frage: Kommt endlich das neue Gerätehaus?

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27. Januar 2018, 14:37 Uhr

Zwei Themen beherrschten die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzfeld: Wahlen und der lange erwartete Neubau des Feuerwehrgerätehauses am Meinsdorfer Weg. Neben zahlreichen Gästen waren am Freitagabend 27 von 37 Aktiven ins Dorfgemeinschaftshaus an der Dorfstraße gekommen, das mit dem mittlerweile zu kleinen Gerätehaus eine Einheit bildet. Sie bestätigten Andree Bendrich als Wehrführer.

Damit tritt der 56-Jährige, der seit dem Jahr 2000 an der Spitze der Ortswehr steht und auch stellvertretender Gemeindewehrführer ist, seine vierte Amtszeit an. Den Weg für eine dritte Amtszeit machten die Aktiven für Bendrichs Stellvertreter Rainer Schumacher frei, ebenfalls wiedergewählt wurde Maic Bendrich, Bruder des Wehrführers, in seiner Funktion als Gruppenführer.

Ein Beschluss zum Neubau des Gerätehauses, das die Gemeinde rund eine Million Euro kosten wird, steht zwar immer noch aus. Doch nach einem jahrelang andauernden Prozess mit vielen Unwägbarkeiten scheint eine Entscheidung zum Greifen nah. Morgen soll der Planungsausschuss eine Beschlussempfehlung für die Gemeindevertretung fassen. Für diese Sitzung warte man noch auf eine „ganz wichtige Stellungnahme“, erklärte Jürgen Redepenning. Der Vorsitzende des Ausschusses sprach in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister für die erkrankte Tanja Rönck zu der Versammlung. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Stellungnahme des Landes, die aber nach einem positiv ausgefallenen Votum der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein für das Projekt keine Hürde mehr bilden soll.

Andree Bendrich war denn auch eine gewisse Erleichterung anzumerken, obwohl ihn das Vorhaben viel Nerven gekostet habe. „Immer wenn ich glaubte, der Knoten zur Einrichtung eines zeitgemäßen Gerätehauses mit sicheren Hallen, Zu- und Abfahrten und einer angemessenen Sanitärausstattung wäre durchschlagen, wurde ich eines Besseren belehrt“, sagte Bendrich. Er staune selbst darüber, wie lange die Aktiven die hygienischen Zustände im Gerätehaus schon ertrügen, etwa wenn nach einem Einsatz 30 Feuerwehrleute versuchten, sich an einem Kaltwaschbecken grob zu säubern.

Mit bissigem Humor nahm Gemeindewehrführer Bernd Penter die Verzögerung aufs Korn. Von einem vermeintlich alten Redemanuskript aus dem Jahr 2015 ablesend, begrüßte er die Kreuzfelder Wehr in ihrem „neuen Gerätehaus“, das nun 2018 kommen soll. „Leider ist es heute so, dass vieles fünf Mal umgedreht wird“, bedauerte Penter den langwierigen Entscheidungsprozess und fügte hinzu: „Wenn wir als Feuerwehrleute so denken würden, hätten wir viele Leichen.“

Der Gemeindewehrführer erinnerte daran, dass die Personalstärke der Kreuzfelder Wehr von etwa 20 Aktiven 2011 auf mittlerweile über 35 gestiegen sei und die Wehr seit 2012 auch den Brandschutz in Gremsmühlen gewährleiste, was auch den gestiegenen Platzbedarf erklärt. „Diesen Aufbau der Wehr haben wir Andree Bendrich und Rainer Schumacher zu verdanken“, betonte Penter.

Nachdem Dorfvorsteher und FDP-Fraktionschef Wilfred Knop die Hoffnung geäußert hatte, das neue Haus werde in diesem Jahr kommen, bemühte sich CDU-Fraktionschef und Hauptausschussvorsitzender Uwe Potz, das Gerücht zu zerstreuen, er sei gegen das neue Gerätehaus. Er habe lediglich gesagt, wenn die schleswig-holsteinische Landschaft dagegen sei, müsse man noch einmal zum alten zurückkehren, stellte Potz klar.

Die Kreuzfelder Wehr rückte 2017 zu 29 Einsätzen aus. Herausragend seien dabei der Brand eines Einfamilienhauses in der Malenter Paulstraße und der Brand im Malenter Bahnhofsgebäude gewesen, sagte Bendrich. Für viele Einsätze hätten darüber hinaus Türöffnungen gesorgt, um Menschen in Not zu helfen. Insgesamt hätten die Aktiven über 2000 Dienststunden abgeleistet, davon mehr als 1000 für Übungen und Ausbildung.

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