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Ehrenamtliche Afrikahilfe : Vier Monate für Arme im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dr. Arend Schaller und seine Frau Maud aus Schwentinental sind zurück aus Äthiopien, wo sie Bedürftige medizinisch versorgt haben

von
erstellt am 22.Apr.2014 | 15:00 Uhr

Sie sind wieder da: Dr. Arend Schaller und seine Frau Maud aus Schwentinental sind zurück aus Äthiopien. Vier Monate Einsatz für die Armen und Bedürftigen liegen hinter ihnen. Der ehemalige Kriminalbeamte Peter Plähn aus Eckernförde unterstützt die Hilfsaktion seit Jahren und sammelt für ihren Einsatz gemeinsam mit Freunden Spenden für Medizinisches Gerät und Medikamente. Dank der Spenden konnte das Ehepaar Schaller auch in diesem Winterhalbjahr wieder viele Kranke behandeln und ihnen helfen, teilweise sogar das Leben retten.

Mit Abgabe ihrer Arztpraxis vor sieben Jahren hat das Ehepaar Schaller die „Medizinische Äthiopienhilfe“ gegründet. Seit dieser Zeit reisen sie jedes Winterhalbjahr für mehrere Monate nach Adama/Nazareth, um am dortigen Sister-Aklesia-Hospital ehrenamtlich medizinische Hilfe zu leisten. „Dr. Schaller behandelt dort als Internist und Tropenmediziner Bedürftige, insbesondere auch Straßenkinder, während sich seine Frau Maud um die Hygiene und Gesundheitsprävention kümmert“, erläutert Plähn. Da beide einen Teil ihrer Jugend in Äthiopien verbracht haben und dort zur Schule gegangen sind, sprechen sie auch die dortige Landessprache Amharisch.

Dank der Spenden hat das Ehepaar Schaller auch während ihres letzten Einsatzes wieder in zahlreichen Fällen Hilfe leisten können. So auch im Fall des zwölfjährigen Benji, der im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung von anderen Jugendlichen mit Petroleum übergossen und angezündet wurde. Mit über 40 Prozent Hautverbrennungen an Hals, Brust und Rücken wurde er zu Dr. Schaller gebracht. Durch die sofortigen Behandlung und die anschließende Unterstützung eines norwegischen Spezialisten für Hautverpflanzungen aus Addis Abeba konnte das Leben des Jungen gerettet werden. Oder der Fall der elfjährigen Aischa, die an einer fortgeschrittenen Wirbelsäulentuberkulose litt. Sie wurde gelähmt von ihren Eltern zu Dr. Schaller gebracht. Nach zweimonatiger Behandlung konnte sie wieder gehen und - zunächst mit einem Stützkorsett – das Hospital verlassen. Inzwischen hat sie auch das Stützkorsett wieder ablegen können.

Häufig sind nur Infektions- und Durchfallerkrankungen, besonders Typhus und Malaria, HIV- und Lungenleiden, aber auch Verkehrsunfälle sowie Schuss- und Stichverletzungen zu behandeln; aber diese Behandlungen helfen und retten Menschen, die oft von weither zu dem in der ganzen Region bekannten „weißen Doktor“ kommen. Diese Menschen würden sich sonst selbst überlassen bleiben und keine Behandlung erfahren, da ihnen das nötige Geld fehlt.

Von den Spenden konnte auch in diesem Jahr wieder der Franziskanermönch Father Mathewos unterstützt werden. Er hat in seinem Kloster einige soziale Projekte initiiert und eine Schule aufgebaut, die inzwischen annähernd 200 Mädchen und Jungen aus der Region aufgenommen hat. Auch hier konnte durch medizinische Behandlungen, Beschaffung von Schulmaterial und die Verbesserung der sanitären Einrichtungen geholfen werden.

„Ein riesiges Dankeschön gebührt allen Spendern! Ohne sie wären all diese Hilfsmaßnahmen nicht möglich. Wir setzen auch jeden gespendeten Cent 1:1 für die Armen und Bedürftigen ein. Verwaltungskosten entstehen nicht. Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten tragen wir selbst“, so Schaller.



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