zur Navigation springen

Radrennen durch die USA : Vier Frauen erfüllen sich einen Traum

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die ehemalige Eutinerin Genia Schäferhoff gehört zum Team „German Frauleins“, das am Radrennen quer durch die USA teilnimmt

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2014 | 12:18 Uhr

Wenn Genia Schäferhoff dieser Tage ihren Terminkalender aufschlägt, dürfte sie nach freier Zeit vergeblich suchen. Neben ihrem Vollzeit-Job in einem Hamburger Ingenieurbüro trainiert sie derzeit an fünf Tagen in der Woche für ihren großen Traum: das Race Across America. Bei dem internationalen Radrennen, das von der Westküste der Vereinigten Staaten zur Ostküste führt, geht die ehemalige Eutinerin im Juni mit einer reinen Frauenstaffel an den Start. Es wird das erste Damenteam aus Deutschland. „Der organisatorische Aufwand ist schon sehr groß. Man muss bereit sein, auf vieles zu verzichten“, berichtet Schäferhoff.

Seit zwölf Jahren ist sie begeisterte Rennradfahrerin. „Ich fahre sehr viele Langstrecken und habe auch schon am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilgenommen.“ Auf das Race Across America wurde sie durch die Teamkollegin Kati Schlieter aufmerksam, die vor drei Jahren mit einem gemischten Team an dem Rennen teilgenommen und den Traum von einem reinen Frauentaum für dieses Rennen geboren hatte.

„Für mich ist es ein großer Reiz, das Rennen in einem reinen Frauenteam zu absolvieren. Ich war auch noch nie in Amerika, daher ist es für mich eine Traumvorstellung, einmal von der West- zur Ostküste zu fahren“, erklärt Genia Schäferhoff. Nicht ganz einfach gestaltet sich derzeit die Trainingsplanung. Da die kalte Witterung regelmäßiges Straßentraining nicht zulässt, strampelt Schäferhoff viele Kilometer auf der heimischen „Rolle“ ab, um sich ideal auf das große Rennen vorzubereiten.

Viel Arbeit bereitet neben dem Training auch die Suche nach Sponsoren, schließlich ist der dreiwöchige Trip nach Amerika nicht günstig. Allein die Startgebühr kostet 8000 Dollar, zudem müssen Wohnmobile und Begleitfahrzeuge für die elfköpfige Crew der „German Frauleins“ gemietet werden. Flugtickets und Verpflegung gilt es ebenfalls zu bezahlen.

Kein Zuckerschlecken wird das Rennen indes für die vier Fahrerinnen. Zusammen müssen sie insgesamt 4800 Kilometer zurücklegen und dabei stets das Zeitlimit im Auge behalten. „Wir müssen die Strecke in neun Tagen bewältigen, um als Finisher gewertet zu werden. Unser Ziel sind aber sieben Tage“, sagt Schäferhoff selbstbewusst. Kein einfaches Unterfangen, schließlich gilt es auf dem Weg an die Ostküste unter anderem die Rocky Mountains zu bewältigen.

„Für uns wird das totales Neuland sein“, gibt sie zu. So ist von den Fahrerinnen beim Race Across America nicht nur eine starke Ausdauer, sondern auch ein guter Orientierungssinn gefragt. Eine feste Route auf dem Weg ins Ziel gibt es nicht. „Es gab bisher kein Team, das sich nicht mindestens einmal verfahren hat,“ weiß Genia Schäferhoff.

Läuft alles glatt, dann legt jede der Fahrerinnen während des Rennens rund 1200 Kilometer zurück. Fällt eine aus, müssen die anderen ihr Pensum erhöhen. Für die Hamburgerin, die bis zu ihrem Abitur in Eutin lebte, eine große Herausforderung, die sie meistern will.

Bis es soweit ist, gilt es für sie und ihre Teamkolleginnen jedoch, jede Woche hunderte Trainingskilometer abzuspulen. Schließlich lässt sich der Traum, beim Race Across America auch wirklich anzukommen, nur mit einer guten Vorbereitung erfüllen. > www.germanfrauleins.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen