Wettbewerb des Heimatbunds : Vier Auszeichnung für vorbildlichen Gewässerschutz gehen nach Ostholstein

Stolz präsentieren Laudatorin Hanna Kirschnick-Schmidt (WBV Ostholstein), Henning Südel und Gerd Schumacher die Auszeichnung.
Stolz präsentieren Laudatorin Hanna Kirschnick-Schmidt (WBV Ostholstein), Henning Südel und Gerd Schumacher die Auszeichnung.

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund hat fünf Gewässerschutzstreifen als ökologisch besonders wirksam prämiert.

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21. Januar 2020, 19:12 Uhr

Neukirchen | Wenn Gerd Schumacher sieht, was in den vergangenen Jahren aus den Ufern der Sieversdorfer Au geworden ist, gerät er ins Schwärmen. Dort, wo einst bis an den Rand des Gewässers intensive Landwirtschaft betrieben wurde, stehen nun auf einer Länge von 1,4 Kilometern bis zu 20 Meter links und rechts der Au zahlreiche Bäume und Büsche. Der stellvertretende Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbands (WBV) Schwentine listet auf: Erlen, Hagebutten, Holunder, Schwarzdorn, Zitterpappel oder Vogelbeere. Das Land dahinter werde auf einer Breite von bis zu 200 Metern nur noch extensiv genutzt, erklärt Schumacher.

Preisverleihung an den WBV Schwentine: (v. li.) Holger Gerth, Laudatorin Hanna Kirschnick-Schmidt (WBV Ostholstein), Henning Südel, Gerd Schumacher und Dorit Kuhnt.
Bernd Schröder
Preisverleihung an den WBV Schwentine: (v. li.) Holger Gerth, Laudatorin Hanna Kirschnick-Schmidt (WBV Ostholstein), Henning Südel, Gerd Schumacher und Dorit Kuhnt.
 

Das bereits 2002 gestartete Naturschutz-Projekt brachte dem WBV gestern, neben anderen, eine Auszeichnung durch den Schleswig-Holsteinischen Heimatverband (SHHB) ein. Im Beisein von Umweltstaatssekretärin Dr. Dorit Kuhnt überreichte SHHB-Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Holger Gerth im „Neukirchener Hof“ dem WBV-Vorsteher Henning Südel und Gerd Schumacher eine Urkunde, die den Gehölzsäumen an der Sieversdorfer Au bescheinigt, zu den ökologisch wirksamsten Gewässerrandstreifen in Schleswig-Holstein zu gehören.

Matthias Wörz empfing die Auszeichnug für das Gut Stendorf.
Bernd Schröder
Matthias Wörz empfing die Auszeichnug für das Gut Stendorf.
 

Wenn es um den Schutz von Seen, Auen und Bächen geht, sind die Verantwortlichen im Kreisgebiet offenbar vorbildlich, denn drei weitere von insgesamt fünf Ehrungen gingen an Projekte in Ostholstein. In der Kategorie „Gewässerrandstreifen als Blühstreifen“ erhielt das Gut Stendorf eine Auszeichnung. Betriebsleiter Matthias Wörz nahm die Urkunde in Empfang. Gewürdigt wurde damit ein Blühstreifen entlang dem Sagauer Moorgraben.

Robert Muus empfing die Urkunde für den WBV Schwartau.
Bernd Schröder
Robert Muus empfing die Urkunde für den WBV Schwartau.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden vorbildliche Gewässerrandstreifen mit extensiver Gründlandnutzung des WBV Schwartau und an dessen Nebengewässer, dem Schwinkenrader Mühlenbach, der in Böbs (Gemeinde Ahrensbök) entspringt. WBV-Vorsteher Robert Muus und Landwirt Ernst-Jürgen Neuhoff, der den Mühlenbach verwaltet, nahmen die Auszeichnungen in Empfang.

Ausgezeichnet: Landwirt Ernst-Jürgen Neuhoff aus Böbs.
Bernd Schröder
Ausgezeichnet: Landwirt Ernst-Jürgen Neuhoff aus Böbs.
 

In Böbs testet das Institut für Ökosystemforschung der Kieler Universität derzeit erstmals in Deutschland das in Skandinavien entwickelte Instrument sogenannter Integrierter Pufferzonen für den Gewässerschutz, wie Forscherin Dr. Kirsten Rücker in einem Fachvortrag erläuterte. Dabei sollen sich Nährstoffe aus der Landwirtschaft im Randstreifen absetzen und nicht ins Gewässer gelangen, wo eine Überdüngung etwa zu Algenblüten führt. Weiteres Ziel ist die Ansiedlung einer breiten Tierwelt von der Köcherlarve bis zum Fischotter.

Eine Auszeichnung ging in den Kreis Rendsburg-Eckernförde

Eine weitere Urkunde in der Kategorie „Gewässerrandstreifen als Blühstreifen“ ging an den WBV Obere Höllenau (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Privatpersonen sowie Wasser- und Bodenverbände hätten insgesamt 20 Gewässerrandstreifen für den Wettbewerb eingereicht, berichtete SHHB-Präsidiumsmitglied Gerth. Die Auswahl habe der SHHB mit seinen Partnern getroffen. In der Jury saßen Vertreter von WBV-Landesverband, WBV Ostholstein, Nabu, Landesverband der Lohnunternehmer, vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) sowie vom Landesbauernverband.

Der Wettbewerb des Heimatbunds ist eine Motivation für unsere Landwirte mitzumachen. Dr. Dorit Kuhnt, Umweltstaatssekretärin
 

Staatssekretärin Kuhnt betonte die Bedeutung des SHHB-Wettbewerbs für den Gewässerschutz. „Das ist eine Motivation für unsere Landwirte mitzumachen.“ Im Koalitionsvertrag habe die Landesregierung einen Ausbau der Gewässerschutzstreifen um fünf Prozent jährlich vereinbart. Dies solle aber auf freiwilliger Basis erreicht werden. Um dies zu erreichen stelle die Landesregierung jährlich eine Million Euro in einen Verfügungsfonds für die Wasser- und Bodenverbände.

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