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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 11:36 Uhr

Vielfältiges Formenspiel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Unter dem Titel „Nur wer die Form beherrscht, kann mit ihr spielen“ eröffnet morgen im Ostholstein- Museum eine neue Kunstausstellung unter internationaler Beteiligung.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2015 | 14:39 Uhr

Das soll ein Gefäß sein? Nicht bei jedem der rund 175 Exponate der neuen Ausstellung im Ostholstein-Museum ist das Generalthema gleich zu erkennen. Angesichts von Halbschalen an einer Wand, einem Pärchen Erdnüsse auf einem Silber-Sockel oder kleinen Schmuckstücken ist Museumsleiterin Dr. Julia Hümme bereits „gespannt auf die Reaktionen der Besucher“.

Unter dem Titel „Nur wer die Form beherrscht, kann mit ihr spielen – Das Gefäß“ eröffnet morgen um 11.30 Uhr im Ostholstein-Museum die Themen-Jahresausstellung des Berufsverbandes Angewandte Kunst Schleswig-Holstein (BAK-SH). Dessen 1. Vorsitzende, Cornelia Patz-Nahm, zeigte sich begeistert, wie sehr die 42 Künstler mit dem Generalthema „Gefäß“ aber auch insbesondere mit Material und Form gespielt haben.

Die neue Eutiner Kunst-Schau zeige vieles „fernab vom Mainstream, das über das normale Maß hinausgeht“, so Hümme. Die auf den ersten Blick ungewöhnlichen Stücke sind jedoch in bester Gesellschaft von Exponaten, die das Thema
„Gefäß“ auf einen Schlag vermitteln – wie Schalen, Vasen oder Körbe.

So vielfältig die Kunstwerke der 29 schleswig-holsteinischen BAK-Mitglieder und den 13 Gast-Künstlern aus Skandinavien, den baltischen Staaten und Polen sind, so unterschiedlich sind auch die Materialien, aus denen die „Gefäße“ entstanden sind: Holz, Keramik, Glas, Metall. Eine Installation nutzt sogar Wasser als wesentliches Element.

Die neue Herbst-Ausstellung bildet den Auftakt zu einer Reihe, die künftig alle drei Jahre in Zusammenarbeit mit dem BAK-SH im Ostholstein-Museum stattfinden soll. Neben den Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig und der Kunsthalle St. Annen in Lübeck wird künftig in einem dreijährigen Turnus auch das Museum in Eutin im Rahmen eines ganz eigenen Ausstellungskonzeptes die aktuelle angewandte Kunst im Lande zeigen – stets unter dem Titel „Nur wer die Form beherrscht, kann mit ihr spielen“. Die Arbeitsthemen sollen jedoch jeweils wechseln, so Cornelia Patz-Nahm. Wie jetzt aktuell zu bewundern, handelt wird es sich dabei um jurierte Ausstellungen.

„Wir wollen zu einem festen Anker für die angewandte Kunst werden“, sagt Julia Hümme, die sich über die Idee des Berufsverbandes, Eutin zum regelmäßigen Ausstellungsort zu machen, begeistert zeigte. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Ostholstein-Museum die Kunstwerke gleich auf zwei Ebenen präsentiert – im Erd- und im Obergeschoss. Zumal nicht alle der Exponate handtellergroß sind. Wie die Installation von Lena Kaapke. Die Kielerin zeigt 1500 Keramikschalen auf einem vier mal fünf Meter großen Tuch. Jedes der Schälchen steht stellvertretend für vierzig Einwohner eines Landes. Alle Länder der Erde hat die 25-Jährige auf dem weißen Tuch verzeichnet. Die Schüsselanzahl pro Land entspricht dessen Einwohnerzahl pro Quadratkilometer. Auch eine Möglichkeit, das Thema
„Gefäß“ umzusetzen.


Zu sehen ist die Themen-Jahresausstellung des BAK-SH bis zum 15. November im Ostholstein-Museum. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro. Weitere Infos unter Tel. 04521/788520.



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