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Eutin beantragt siegel : „Viele Schritte, die die Welt ein bisschen besser machen“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Noch in diesem Jahr dürfte Eutin die erste Stadt in Ostholstein und die vierte in Schleswig-Holstein werden, die sich als „Fairtrade-Town“ bezeichnen darf. Die Bewerbung wurde gestern abgeschickt.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 04:00 Uhr

Fünf Bedingungen sind erfüllt, die Bewerbung ist abgeschickt: Noch in diesem Jahr dürfte Eutin die erste Stadt in Ostholstein und die vierte in Schleswig-Holstein werden, die sich als „Fairtrade-Town“ bezeichnen darf. Mit dem Siegel werden besondere Anstrengungen für ein breites Angebot von nachhaltig erzeugten und zu fairen Preisen gehandelten Waren belohnt. Die Bewerbung unterschrieben gestern die Leiterin der Steuerungsgruppe, Annette Pannenbäcker, sowie Bürgervorsteher Dieter Holst und Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz.

Ein glatter Durchmarsch ist Annette Pannenbäcker und einer Reihe von Mitstreitern gelungen: Nach einer positiven Reaktion auf einer Einwohnerversammlung vor einem Jahr fasste die Stadtvertretung am 12. Dezember 2012 den Beschluss, die Fairtrade-Initiative zu unterstützen. Ein Jahr später, bis zum Ende dieses Jahres, dürfte das Ziel erreicht sein.

Der Bürgermeister und der Bürgervorsteher überboten sich gestern gegenseitig im Rathaus mit Lob für das ehrenamtliche Engagement, das die Initiatoren der Kampagne gezeigt hätten. Der Weg Eutins zur Anerkennung als Fairtrade-Stadt sei eine Reihe kleiner Schritte, von denen alle dazu angetan seien, die Welt ein bisschen besser zu machen, sagte Dieter Holst.

Annette Pannenbäcker stellte im Gegenzug fest, dass die Initiativgruppe in Eutin ausnahmslos mit offenen Armen aufgenommen worden sei. Bürgermeister Schulz pflichtete bei: „Man hat bei allen öffentlichen Aktionen gemerkt, dass alle Bürger positiv reagiert haben.“

Die Initiative habe im Rathaus durch Jutta Harter eine wertvolle Unterstützung erfahren, betonte Annette Pannenbäcker im Gegenzug. Positive Reaktionen habe es auch in der Geschäftswelt gegeben: Sieben Einzelhandelsgeschäfte hätten sich vertraglich verpflichtet, mindestens zwei Jahre lang fair gehandelte Produkte im Sortiment zu haben, und fünf Gaststätten sowie ein Hotel unterstützten die Kampagne. Weiter seien die Evangelische Kirchengemeinde, die Voß-Schule und der Verein Kulturbund als Partner gewonnen worden. Die Zusammenarbeit mit Schulen sei nicht nur bei der Bestückung der Schul-Mensa von Bedeutung, sondern werde besonders wertvoll, wenn das Thema fairer Handel in den Unterricht gelange: Bewusstseinsschulung bei jungen Menschen sei auch nachhaltig.

Weitere Kriterien wie die Existenz einer aktiven Lenkungsgruppe, die in Eutin zurzeit 15 Mitglieder hat, sowie Öffentlichkeitsarbeit seien ebenfalls erfüllt, so Pannenbäcker, deshalb die Hoffnung berehtigt, dass Eutin bald zu gut 180 Fairtrade-Towns in Deutschland zählen wird. Die Liste der Partner sei natürlich nicht zu Ende, es könnten sich noch viele Geschäfte, Gaststätten und Schulen und andere Einrichtungen beteiligen.

Es wäre nicht Eutin, wenn es hier keine Besonderheit gäbe: Neben der Beförderung von Produkten, die international den Forderungen eines fairen Handels entsprechen, sollen in Eutin auch die Vermarktung regionale Produkte forciert werden. Pannenbäcker: „Die sind ja auch fair gehandelt.“

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