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Viele konkrete Ideen für ein familienfreundliches Ostholstein

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 14.Mai.2017 | 16:11 Uhr

Weiße Punkte, so weit das Auge reicht, reihten sich am Sonnabend dicht an dicht vom Eutiner Rathaus die Peterstraße entlang. Unter dem Motto „Der Kreis Ostholstein ist familienfreundlich – Mein Standpunkt zur Familienfreundlichkeit in Ostholstein“ nutzten mehr als 100 Menschen bei einer Live-Fotoaktion die Gelegenheit, ihre Wünsche, Ideen, Forderungen und Anliegen aufzuschreiben. Die Eingaben werden ausgewertet und an die Politik herangetragen, die persönlichen Standpunkte-Fotos in einer Online-Galerie auf der Internetseite des Kreises veröffentlicht, erklärte die Vorsitzende des Interkommunalen Gleichstellungsbeirates Kathrin Kunkel. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern, den Gleichstellungsbeauftragten Silke Meints (Kreis Ostholstein) und Natalia von Levetzow (Neustadt) von der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis kam sie mit vielen Eltern ins Gespräch. „Thematisiert wurden häufig flexiblere Öffnungszeiten für Kitas, sichere Rad- und Schulwege, ein bezahlbarer ÖPNV und ebensolcher Wohnraum, auch in den Küstenorten, Ferienbetreuung sowie der Wunsch vieler Kinder, das Spielschiff ,Bounty’ möge dort bleiben, wo es jetzt ist“, fasste Silke Meints nach der mehrstündigen Aktion zusammen. Aenne (7) und Jette (6) Osterhage mit den Eltern Ulrike und Björn sowie Geschwisterchen Ella (1) aus Niederkleveez (Bösdorf) nutzten die Gelegenheit, ihre Wünsche aufzuschreiben. „Kostenlose Kinderbetreuung“ und „für jeden ein Dach über dem Kopf“ brachte Aenne, die schon zur Schule geht, zu Papier. Ein wirkliches Problem sei laut Kunkel auch die fehlende Kinderbetreuung für Flüchtlinge, die einen Sprachkursus besuchen wollen. Betroffen davon ist Maria Gholami (25) aus dem Iran, die seit einem Jahr mit Ehemann Ahmad (26) und den Kindern Martin (8) und Michael (acht Monate) in Eutin lebt. Während der Achtjährige und sein Vater schon gut Deutsch sprechen, hat Maria keine Möglichkeit, ihre Kinder für die Dauer eines Sprachkurses unterzubringen. Die Familie hat für drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung. Ahmad Gholami ist Schweißer, seine Frau gelernte Friseurin. „Dabei werden die doch händeringend gesucht“, betont Kunkel. „Aber die Kindergärten sind voll, und ich habe Angst, die Frauen als Fachkräfte zu verlieren. Wir kämpfen und sind dabei, Betreuungsplätze zu schaffen und sie mit Fachkräften zu versorgen.“ Auch aus einem anderen Grund ist es ihr besonders wichtig, die mangelnde Betreuungssituation baldmöglichst zu verbessern: „Die Kinder lernen schneller und sprechen besser Deutsch, wenn auch die Mutter Deutsch spricht.“


Wer nicht an der Live-Aktion auf dem Markt teilnehmen konnte, hat die Möglichkeit, ein eigenes Standpunktfoto für die Online-Galerie einzusenden an: s.meints@kreis-oh.de



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