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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 07:48 Uhr

Viel Lärm um Biogas

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 00:34 Uhr

Eines wurde im Planungsausschuss klar: Die Biogasanlage am Grellenkamp sorgt auch wegen des damit verbundenes Verkehrs bei manchem für Unbehagen. Der Ausschuss befasste sich mit der Anlage, weil Betreiber Jörg Graage drei Jahre nach Inbetriebnahme einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan und eine Änderung
des Flächennutzungsplans wünscht, die der Ausschuss auch mit 5 zu 3 Stimmen auf den Weg brachte.

Jan Krützfeld (Freie Wähler) machte klar, dass die Anlage nicht ausgebaut werden dürfe: „Es ist nicht unser Ziel, die Anlage wesentlich zu erweitern.“ Auch Bürgermeister Michael Koch nannte die in den Unterlagen gebrauchte Formulierung „keine wesentliche Erweiterung“ „irritierend“.

Graage beeilte sich zu versichern, dass sich an der Größe der Anlage nichts ändern solle: „Wir haben keine Erweiterung oder Vergrößerung in der Schublade.“ Doch wozu dann die Bauleitplanung? Bislang ist die Anlage vom Land auf Grundlage des Bundesimmisionsschutzgesetzes genehmigt. Doch nun habe sich herausgestellt, dass dies nicht ausreichend sei, erläuterte Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein: „Schon mit Änderungen im Blockheizkraftwerk durch das Einsetzen neuer Bauteile wird die baurechtliche Privilegierung ausgehebelt.“

Außerdem plane das Land, die Ausbringung des Substrats aus der Biogasanlage auf die Felder zeitlich weiter einzuschränken. Deshalb sei es erforderlich, größere Lagerkapazitäten zu schaffen. Graage nannte einen weiteren Grund: Er wolle als Halter von Pferden auch Pferdemist in der Anlage verarbeiten. Doch das lasse die Genehmigung nicht zu.

Krützfelds Vorwurf, die Anlage liege mit einer Leistung von 600 Kilowatt über den genehmigten 500 Kilowatt, versuchte Graage zu entkräften: „Wir bewegen uns im Rahmen der Genehmigung.“ Damals seien 600 Kilowatt im Rahmen einer Ausnahmeregelung erlaubt worden. Lohnunternehmer Jürgen Schlüter aus Nüchel, der die Anlage beliefert, wehrte sich gegen den Vorwurf, der den Worten von Heino Küster (SPD) zu entnehmen war, seine Fahrzeuge donnerten pausenlos und rücksichtslos durch Malente: „Wir lassen unsere Fahrzeuge auf der Straße stehen, dann haben Sie viel Freude“, drohte Küster mit einem Hindernisparcours für die Traktoren. „Wir haben sechseinhalb Tage Ernte gefahren“, hielt Schlüter dem entgegen. Außerdem hätten seine Fahrer die Anweisung, defensiv zu fahren und sich an Tempo 40 zu halten.

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