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Backschule in Bosau : Viel Freude am Backen entwickelt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Manfred und Hans-Peter Klausberger zeigen in Bosauer Backschule: Backen ist mehr, als nur das Brot aus dem Regal nehmen

„Das ist mal etwas ganz anderes“, strahlt Luisa Lausen und knetet mit festem Griff einen angerührten Brotteig. Die 17-Jährige ist Teilnehmerin eines Backkurses in der Backschule im Gasthaus „Zum Frohsinn“ von Herbert und Susanne Reimers. 28 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Bezirk Tolk backen in der historischen Backstube in zwei Gruppen. Heute gibt es italienische Weizenbrote.

Das Besondere: „Lehrmeister“ ist diesmal der 73-jährige Eutiner Bäckermeister Manfred Klausberger, der gemeinsam mit seinem Schwiegersohn und stellvertretenden Landesinnungsmeister der Bäcker, Hans-Peter Klausberger (55), in der guten alten Zeit schwelgt. „Ich mache das aus Liebe zu meinem Beruf“, schwärmt der 73-jährige Bäckermeister Manfred Klausberger in der historischen Backstube. Er selbst sei 48 Jahre aktiv im Beruf gewesen. Der freue sich, dass die jungen Menschen in Bosau „Feuer und Flamme sind“.

Die Stimmung in dem hergerichteten, historischen Backhaus, in dem schon Rudolf Braasch ab 1910 für seine Gäste Brot backte, ist ausgesprochen gut. Kraftvoll setzen die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren ihre fest geballten Fäuste zum Kneten des Teiges ein.

Manfred und Hans-Peter Klausberger geben bei ihren Backschülern den Takt vor. Aus den eigenen Räumen der Eutiner Bäckerei Klausberger selbst steht ein Steinbackofen in Bosau. Für Senior Manfred Klausberger ist Backunterricht nichts Neues: „Ich habe früher schon mit meinem bereits verstorbenen Kollegen Hans-Jochen Bollow in der Familienbildungsstätte mit Seminarteilnehmern gebacken.“

Das übliche Programm in der Bosauer Backschule mit Weißbrot backen, Sauerteig für den zweiten Tag vorbereiten oder einen Hefezopf und später auch ein Schwarzbrot im Backhaus an der Dunkerschen Kate backen, ist für die jungen Leute auf ein „italienisches Weizenbrot“ mit Kräutern reduziert worden.

„Wir möchten mithelfen, dass junge Menschen Freude am Backen entwickeln und ihnen zeigen, was dahinter steht“, sagt Hans-Peter Klausberger. Denn: „Backen ist mehr, als nur das Brot aus dem Regal nehmen.“ Die Mädchen und Jungen erleben, beim praktischen Backen aber auch den Wert des Produktes zu schätzen. Manfred Klausberger hat die Hoffnung, dass einige der Jugendlichen Interesse an den Berufen Bäckereifachverkäufer oder Bäcker gewinnen. „Wir selbst haben in diesem Jahr zwei Auszubildende eingestellt“, sagt Klausberger. Kreisweit würden nur noch zwischen acht und zehn Bäckerlehrlinge ausgebildet.

Der Jugendfeuerwehrwart aus dem Bezirk Tolk, Björn Wilke, und seine Ehefrau und Stellvertreterin im Amt, Petra Wilke, sind schon zum zweiten Mal mit 28 Feuerwehrjugendlichen in der Malenter Jugendherberge zu Gast. Beachtlich: Die Handys sind während der Ferienwoche nur zum Musikhören erlaubt. „Die Sim-Karten haben wir eingesammelt“, schmunzelt Björn Wilke. Er zeigt sich ebenso wie die Mädchen und Jungen begeistert von der historischen Bäckerei.

Die zwölfjährige Ida Bauch knetet mit aller Kraft ihren Teig. „Das ist cool“, freut sie sich. Zu Hause habe sie bisher nur Donuts oder Muffins gebacken: „Jetzt werde ich meiner Mutter mal zeigen, wie man Brot backt.“ Viel Spaß hat auch der 15-jährige Matthis Kluge. Er ist schon gespannt auf das Ergebnis seiner Arbeit. Einen Beruf als Bäcker kann er sich nicht vorstellen.

Die 42-jährige Betreuerin Sandra Petersen hat für die eigene Küche ganz neue Erkenntnisse gewonnen. Besonders der Einsatz der vielfältigen Kräuter hat sie begeistert: „Das werde ich auf jeden Fall zu Hause ausprobieren.“ Für Luise Lausen (17 Jahre) ist das Backen mal etwas anderes. Sie arbeitet nebenbei in einem Kuchenhaus und weiß schon jetzt: „Das Bäckerhandwerk ist eher nichts für mich. Ich mache erst mal Abitur.“ Mit seinem Vater hat der elfjährige Tiago Gutiereez-Schultz mal einen Pizzateig gebacken. Jetzt will er seiner Mutter das Backen von Brot zeigen. Die Bosauer Backschule macht es möglich.

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erstellt am 12.Aug.2014 | 04:30 Uhr

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