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Amtsgericht Plön : Versuchter Betrug: 9000 Euro Strafe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Plöner Arzt beklagte den Diebstahl eines 40 000 Euro teuren Lasergerätes

von
erstellt am 08.Apr.2014 | 05:15 Uhr

Ein 63-jähriger Plöner Arzt ist gestern vor dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt worden. Amtsrichter Sven Naumann verhängte die Strafe von 100 Tagessätzen zu jeweils 90 Euro wegen versuchten Betruges. Die Vorwürfe der Urkundenfälschung und der Vortäuschung einer Straftat endeten mit Freisprüchen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In dem zweitägigen Prozess ging es hauptsächlich um den Verbleib eines Lasergerätes, das der Arzt angeblich bereits 2009 zur späteren Behandlung seiner Patienten gekauft hatte (der OHA berichtete). Das knapp 40 000 Euro teure Gerät soll jedoch im Mai 2011 bei einem Einbruch in die Privatwohnung des finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Mediziners gestohlen worden sein. Der „Geschädigte“ legte der Versicherung eine Rechnung zur Erstattung des Schadens vor, die er vom Verkäufer des Lasergerätes erhalten haben wollte – ohne Rechnungs- und Seriennummer. Doch der Inhaber der Firma aus Marl versicherte vor dem Amtsgericht bereits am ersten Prozesstag, dass diese Rechnung nicht aus seiner „Ein-Mann-Firma“ komme.

Die von der Verteidigung vorgestellten Zeugen konnten am Ende den angeklagten 63-Jährigen nicht wirklich entlasten. Sie verstrickten sich zum Teil in Widersprüche. Ein Patient und Golfkollege des Angeklagten räumte erst auf mehrfache Nachfrage ein, beim jüngsten Arztbesuch ein Schriftstück unterzeichnet zu haben, wonach er den Arzt für die Verhandlung von der Schweigepflicht entband. Eine andere Patientin räumte erst im zweiten Anlauf ein, dass sie den Arzt über Freunde und Familie kenne und ihn sogar duze.

In seinem Plädoyer zählte der Staatsanwalt viele „lebensfremde Behauptungen“ des Angeklagten auf. Er habe das Lasergerät angeschafft und lange Zeit trotz Geldknappheit nicht genutzt. Und keiner – außer dem 63-Jährigen selbst – habe das Lasergerät überhaupt gesehen. „Sie hatten das Lasergerät nie in ihrem Besitz“, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe sich zudem nicht geständig gezeigt. Strafmildernd habe sich ausgewirkt, dass der 63-jährige Plöner nicht vorbestraft sei.

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