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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 11:33 Uhr

Vermieter im Urlaub: Rentnerin langt zu

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

65-Jährige nutzt Vertrauen von Hauseigentümerin schamlos aus und klaut Schmuck

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 00:35 Uhr

Schamlos hatte sie das Vertrauen ihrer Vermieterin ausgenutzt. Ihr Schmuck im Wert von 6500 Euro gestohlen. Dafür musste sich eine 65-jährige Frau aus Süsel gestern vor dem Amtsgericht Eutin verantworten. Die Anklage warf der Rentnerin vor, sich zwischen Mai und Juli dieses Jahres mindestens zweimal am Schmuckkasten ihrer früheren Hauseigentümerin in Pönitz vergriffen zu haben, während diese gemeinsam mit ihrem Mann im Urlaub weilte.

„Sie hatte einen Schlüssel zu unserer Tür, um unseren Papagei zu füttern“, erklärte diese später in ihrer Aussage. Drei Jahre lang habe sie mit der Angeklagten ein ganz normales Mietverhältnis gehabt. Ihr in schweren Zeiten sogar Geld geliehen. Selbst als im Frühsommer erste Schmuckstücke, darunter kostbare Brillantringe und Halsketten mit Saphir, verschwanden, glaubte sie zunächst nicht an einen Diebstahl. „Ich habe gedacht, dass wir die Schmuckstücke verlegt haben“, sagte sie.

Die Suche nach ihnen verlief ernüchternd. Statt den verlorenen Schmuck wiederzufinden, bemerkte das Ehepaar immer weiter Verluste. Es beschloss fortan, die Haustür bei Abwesenheit abzuschließen. So konnten sie sicherstellen, dass sich keine Feriengäste unerlaubt Zutritt zu ihrer Wohnung verschafften.

Lediglich die Angeklagte blieb weiterhin im Besitz des Zweitschlüssels, um den Papagei zu Urlaubszeiten mit Futter zu versorgen. Erst als im Juli erneut Wertgegenstände im Haus fehlten, fiel der Verdacht auf die 65-Jährige. „Sie hat mir gegenüber aber bestritten, den Schmuck gestohlen zu haben“, erklärte die Hauseigentümerin. Als sie wenige Tage später jedoch ihre Weißgoldkette auf dem Tisch der Angeklagten liegen sah, alarmierte sie die Polizei.

Diese konnte in der Wohnung der Angeklagten neben der besagten Kette auch gewöhnliche Gebrauchsgegenstände wie Feuerzeuge oder Stofftaschentücher des Ehepaares sicherstellen. Der restliche Schmuck blieb verschwunden. „Ich weiß nicht, wie die Sachen in meine Wohnung gekommen sind. Ich bin unschuldig“, rechtfertigte sich die Süselerin. Sie habe den Verdacht, dass die ehemalige Vermieterin ihr die Gegenstände untergejubelt habe, um sie loszuwerden. „Ich habe keine Veranlassung, das zu glauben“, entgegnete Richter Otto Witt. Alle Fakten würden gegen die Angeklagte sprechen. Er verurteilte sie daraufhin zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro. Viel Geld für die Frau, die von staatlicher Unterstützung lebt.

In der Wohnung der Geschädigten lebt sie schon seit Ende Juli nicht mehr. Fluchtartig war sie nach ihrem Auffliegen ausgezogen und hatte den kompletten Hausstand in einem chaotischen Zustand hinterlassen. „So verlässt niemand eine Wohnung, der sich nichts vorzuwerfen hat“, war sich die Staatsanwaltschaft sicher. Der größte Teil des Schmucks wurde bis heute nicht gefunden. Die Vermieterin wird auf dem Schaden sitzen bleiben. Auf Geld von der Versicherung kann sie nicht hoffen, da es sich bei der Tat um keinen klassischen Einbruch handelte, bei dem sich der Dieb gewaltsam Zutritt zur Wohnung verschaffte.

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