„Verleih uns Frieden“

Schöne Stimmen in betörender Akustik:  (von links) Matthias Privler, Johannes Green, Johannes Wallbrecher, Evelyn Löhr und Friedamaria Wallbrecher.
Schöne Stimmen in betörender Akustik: (von links) Matthias Privler, Johannes Green, Johannes Wallbrecher, Evelyn Löhr und Friedamaria Wallbrecher.

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14. November 2016, 11:33 Uhr

Schlichte Eleganz vermittelt das Schiff der Sankt-Laurentius-Kirche. Sie zählt zu den mittelalterlichen Wehrkirchen, die im 12. Jahrhundert entstanden sind. Vicelin, der Missionar der Slawen, ließ sie bauen, sieben gibt es noch.

In diesen gekalkten, nur sparsam geschmückten Mauern erklingen an diesem Sonnabend sphärische Klänge, betörend schön, die in dieser Akustik mit viel Hall getragen werden. Der Raum beweist seine Qualität für ein Konzert menschlicher Stimmen.

„Vocaliamo“, fünf ausgebildete Sängerinnen und Sänger aus München, interpretieren kirchliche Chormusik aus 500 Jahren, von Johann Walter (1496–1570) bis Knut Nystedt (1915–2014). Ein Choral von Heinrich Schütz (1585–1672), „Verleih uns Frieden“, gibt dem Konzert seinen Titel. Zwischendurch werden Strophen aus einem Charles Chaplin zugeschriebenen Gedicht „Als ich mich selbst zu lieben begann...“ vorgetragen.

Gut 60 Menschen verfolgen das Konzert, das für einen Sänger eine Reise in seine Kindheit bedeutet: Johannes Green, in Gömnitz aufgewachsen und, wie Pastor Matthias Hieber anmerkte, als Kind Mitglied im Posaunenchor der Kirchengemeinde. Green machte 1998 das Abitur an der Weber-Schule und studierte in Würzburg Musik. Seit 2009 lebt er in München, gibt Gesangsunterricht und Konzerte.

Zu dem Ensemble „Vocaliamo“ gehören außerdem Friedamaria Wallbrecher (Sopran), Evelyn Löhr (Alt), Johannes Wallbrecher (Tenor) und Matthias Privler (Bass). Das Quintett erzeugt ein homogenes Klangbild, alle verfügen über große Stimmsicherheit und sind in Rhythmus und Lautstärke gut aufeinander eingestimmt.

Sehr schön ist auch die Reise durch die musikalischen Epochen, bei der deutlich wird, was einen Meister der Renaissance oder des Barock von den Nachfolgern in Romantik oder Neuzeit trennt – aber auch, was Vokalmusik aller Jahrhunderte gemeinsam hat: Sie veredelt die menschliche Stimme zur Lobpreisung Gottes. Und es ist Musik die dem Ohr schmeichelt.

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