„Verlassene“ Kitze nicht anfassen

So soll es sein: Beide Hunde sind angeleint.
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So soll es sein: Beide Hunde sind angeleint.

Hegering Malente: Ricken lassen ihren Nachwuchs mehrere Stunden allein, wenn sie Nahrung suchen

shz.de von
29. Mai 2015, 13:47 Uhr

Zur Brut- und Setzzeit gelten für Erholungssuchende in der Natur einige Verhaltensregeln, damit das Wild ungestört seinen Nachwuchs aufziehen kann. Saskia Hink vom Hegering Malente gibt Tipps, wie man sich in Feld und Wald verhalten sollte.

„Im Mai und Juni werden Rehkitze geboren und im hohen Gras der Felder und Wiesen ,abgelegt‘. Ricken befinden sich oftmals auf Nahrungssuche und lassen ihren Nachwuchs dabei durchaus mehrere Stunden allein. Bei Gefahr flüchten Kitze nicht, sondern ,drücken‘ sich schutzsuchend ins tiefe Gras.

Deshalb ist es wichtig, Hunde an der Leine zu führen, denn in jedem Hund ,schlummern‘ Jagdinstinkte. Spaziergänger sollten daher auch bedenken, nicht abseits der Wege zu gehen. Fällt ein vermeintlich zurückgelassenes Kitz auf, darf es nicht angefasst werden. Bei einer Berührung besteht die Gefahr, dass die Mutter es nicht wieder annimmt.

Oftmals sind sich Wanderer unsicher, ob sie ein verstoßenes Kitz gesehen haben. Bei dieser oder ähnlichen Vermutungen besteht die Möglichkeit, sich an den örtlich zuständigen Jagdrevierinhaber oder an eine Wildtierauffangstation zu wenden. Dabei soll betont werden, dass vermeintlich verwaiste Jungtiere erfahrungsgemäß nicht durch ihre Elterntiere zurückgelassen wurden. In den meisten Fällen ist es das Beste, nichts zu unternehmen.

Aktionen in der Dämmerung oder bei Nacht stören das Wild, denn gerade um diese Tageszeit tritt es aus seiner Deckung, um zu äsen. Bei einem Picknick im Freien sind Dosen, Flaschen, Plastikmüll und übrige Utensilien anschließend mitzunehmen. Für Vögel und Wild stellen sie eine Gefahr dar. Denn Tiere könnten in die Gegenstände treten und sich verletzen, in diesen stecken bleiben oder sich strangulieren.

Werden diese Regeln beachtet, ist es dem Wild möglich, seinen Nachwuchs möglichst ungestört aufzuziehen und jeder Spaziergänger wird sich auch weiterhin an der Kinderstube Natur erfreuen können.


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