Eutin : Verkehrsüberwacher mit moderner Technik

Verkehrsüberwacher Matthias Straußfeld (v.l.) und Simon Jahn freuen sich über die neuen Geräte.
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Verkehrsüberwacher Matthias Straußfeld (v.l.) und Simon Jahn freuen sich über die neuen Geräte.

Ein Vorteil beim Arbeiten: Ein Handy statt drei Geräten. Das "Knöllchen" wird digital sichtbar.

shz.de von
10. Juli 2015, 04:00 Uhr

Die Verkehrsüberwacher Eutins sind ab sofort mit neuester Technik unterwegs: Brauchten sie früher das Gerät zum Eintippen, einen Drucker und eine Kamera für Beweisfotos, funktioniert heute alles mit nur einem Teil – dem sogenannten „Handy für Verkehrsüberwacher“.

Die Vorteile liegen für Simon Jahn in der Vernetzung: „Wenn Autofahrer mit ihren Knöllchen ins Bürgerbüro kommen, sich beschweren oder bezahlen wollen, dann kann die Innendienstmitarbeiterin sofort die Daten sehen, die wir eingebucht haben.“ Matthias Straußfeld ergänzt: „Und zu jedem Vorgang können wir direkt mit dem neuen Gerät Bilder machen und abspeichern.“ Gerade bei Streitfällen vor Gericht seien dies die wichtigen Beweismittel.

Derzeit sind sie schon mit den neuen Geräten unterwegs, doch noch nicht verbunden. Julia Lunau vom Ordnungsamt: „Unsere IT arbeitet mit Hochdruck daran. Es soll in Kürze funktionieren“ Die Erneuerung sei notwendig, weil die alten geräte nicht mehr zuverlässig gearbeitet haben. Die Parksünder bekommen bis dahin anstelle des üblichen Knöllchens einen Infozettel mit der Büronummer, unter der ihnen weiter geholfen wird.

Die Vernetzung funktioniert aber – sobald sie online sind – nicht nur zwischen Innen- und Außendienstmitarbeitern, sondern auch untereinander. Jahn: „Wenn wir in unterschiedlichen Schichten unterwegs sind und Fahrzeuge mit Knöllchen entdecken, sehen wir im System, was der Kollege für einen Verstoß eingebucht hat und können dann erhöhen.“

Trotz aller Möglichkeiten mit der modernen Technik, das betonen die Verkehrsüberwacher, handeln sie auf der Suche nach Verkehrssündern mit Fingerspitzengefühl. Jahn: „Das ist die klare Vorgabe des Bürgermeisters und auch wichtig in einem Ort mit vielen Besuchern.“ Beim Knöllchenverteilen gehe es ihnen nicht um Abzocke, sondern in erster Linie um Verkehrserziehung. Straußfeld: „Leider funktioniert das Erziehen bei den meisten nur über den Geldbeutel.“ Doch im Alltag gebe es immer auch Situationen, in denen sie ein Auge zudrücken. Dennoch entdecken sie täglich zwischen 20 und 40 Autos pro Überwacher, die sich verkehrswidrig verhalten haben. Im vergangenen Jahr brachte das rund 130  000 Euro in die Stadtkasse.

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