Blickrichtung Zukunft : Verkehr in Eutin sollte neu geordnet werden

Besser kann man die Philosophie der Eutiner Verkehrspolitik nicht zusammenfassen.
Besser kann man die Philosophie der Eutiner Verkehrspolitik nicht zusammenfassen.

Gutachter Prof. Dr. Herbert Staadt empfiehlt mehr Gleichberechtigung zwischen Fußgängern und Autos und er rät zu einem Ende für die Einbahnregelgungen.

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09. November 2013, 05:00 Uhr

Mut zu Experimenten. Das hat der promovierte Ingenieur Herbert Staadt den Verantwortlichen in Eutin für eine moderne der Verkehrsführung empfohlen. Der Professor der Fachhochschule Potsdam hat am Donnerstagabend dem Stadtentwicklungsausschuss eine Reihe von Anstößen gegeben, die einigen Stadtvertretern den Atem stocken ließ – und gewiss auch in der Öffentlichkeit eine Diskussion befeuern wird.

Grundsätzlich, so stellte der mit einem Verkehrsgutachten beauftragte Ingenieur fest, sei die Eutiner Altstadt außergewöhnlich, weil sie selbst am Wochenende und über das ganze Jahr hinweg sehr lebendig sei. Beim Blick auf die Situation des Verkehrs – Kraftfahrer, Radfahrer und Fußgänger eingeschlossen – offenbare sich aber schnell, dass den Autos Vorrang eingeräumt werde.

Als einen Beleg zeigte Prof. Dr. Staadt ein Foto von einem Verkehrsschild, das in Eutin an einigen Stellen steht: „Fahrverkehr hat Vorfahrt“. Der Gutachter: „So ein Schild habe ich noch nirgendwo anders gesehen. Aber es zeigt sehr gut den Schwerpunkt, der in hier gesetzt wird.“

Nach seiner Überzeugung müsste es in der Altstadt zu mehr Gleichberechtigung zwischen Kraftfahrzeugen und den anderen Verkehrsteilnehmern kommen. Ein Nachteil sei die Einbahnstraßenregelung in Lübecker Straße, Stolbergstraße, Schloßstraße , Am Rosengarten und Albert-Mahlstedt-Straße: Damit werde den Kraftfahrern die Durchfahrt erleichtert und auch – trotz der Tempo-30-Zonen – die Geschwindigkeit der Autos befördert. Nach seiner Einschätzung sei ein hoher Anteil von Autos, die sich durch die Innenstadt bewegen, nur auf der „Durchreise“ Richtung Malente. „Es gibt keine Verkehrszählung, aber nach meiner Beobachtung fahren 80 Prozent der Autos nur durch die Altstadt hindurch.“

Zu den Vorschlägen des Professors zählt, die Innenstadtstraßen wieder in beide Richtungen befahrbar zu machen. Damit es künftig nur noch Ziel- und keinen Durchgangsverkehr mehr gebe, könnte in der Schloßstraße eine Barriere errichtet werden.

Mehr zu den Vorschlägen des Gutachters und den Reaktionen im Ausschuss lesen Sie auf Seite 3

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