Verhandlung vertagt: Gericht lädt Zeugen

19-Jähriger will nicht an folgenschwerer Schlägerei beteiligt gewesen sein

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17. Juli 2018, 11:31 Uhr

Den Diebstahl eines Kopfhörers im Wert von 21,95 Euro bei Real in Schwentinental gab der erst 19-jährige Angeklagte vor dem Plöner Amtsgericht zu. Ja, und auch das dreimalige Fahren in Preetz mit einem frisierten und zudem nicht versicherten Mofa sei eine Dummheit gewesen. Doch bei einer folgenschweren Schlägerei im Preetzer Harderpark will er nur zugeschaut haben. Der Richter war skeptisch und vertagte die gestern angesetzte Verhandlung. Er will jetzt fünf Zeugen laden und die Wahrheit herausfinden.

Der 19-jährige junge Mann mit blond angedeutetem Irokesenschnitt, schwarzem Hemd, ausgelatschten Turnschuhen und viel zu großer Jeans war gestern mit seinem Pflichtverteidiger ins Plöner Amtsgericht gekommen. Er ist nach eigenen Angaben wohnungslos, lebt mal hier, mal da bei Freunden. Das machte dem Gericht allein die Zustellung der Ladung schwierig, die der 19-Jährige nach eigenen Worten erst am Montag in der Hand hielt. Er verzichtete allerdings großzügig auf die Ladungsfrist.

Geständig zeigte sich der Angeklagte beim Ladendiebstahl und den drei Fahrten mit dem Mofa durch Preetz ohne Versicherungsschutz und gültige Fahrerlaubnis. Platzwunden, Hämatome und ein abgebrochener Schneidezahn waren das Ergebnis einer nächtlichen Schlägerei am 21. August des vergangenen Jahres im Preetzer Harderpark.

„Ich war dabei, aber ich habe keinen geschlagen“, sagte der 19-Jährige. Er wollte mit zwei Freunden an einer Tankstelle noch schnell eine Flasche Wodka kaufen und dann zu einer Party. Auf dem Weg dahin soll einer seiner Kumpels im Harderpark plötzlich mit einer brennenden Dachlatte geschlagen worden sein. So habe sich eine Schlägerei entwickelt, an der er sich nicht beteiligt habe.

„Ich wollte nicht selbst auf die Nase bekommen“, sagte der Angeklagte. Spätere Blutspritzer auf Shirt und Schuhen sollen allerdings eine andere Sprache gesprochen haben. Es sollen auch Baseball-Schläger im Einsatz gewesen sein. Zeugen gaben bei der Polizei an, sie seien grundlos angegriffen worden. Fragen über Fragen, die jetzt in einer nächsten Verhandlung mit Zeugen geklärt werden sollen.

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