Vergiss-Mein-Nicht: Ein besonderes Chorprojekt startet

Freuen sich über das gemeinsame Projekt für Demenzerkrankte: Heike Steinbach-Thormählen (v.  li.), Yvonne Crössmann, Petra Marcolin, Friederike Joppich und Anja Sierks-Pfaff, die das Projekt als Geschäftsführerin der Kulturstiftung unterstützt.
Freuen sich über das gemeinsame Projekt für Demenzerkrankte: Heike Steinbach-Thormählen (v. li.), Yvonne Crössmann, Petra Marcolin, Friederike Joppich und Anja Sierks-Pfaff, die das Projekt als Geschäftsführerin der Kulturstiftung unterstützt.

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29. August 2018, 10:17 Uhr

Singen und gemeinsam eine schöne Zeit haben, das soll bei der neuen Chor-Kooperation von Pflegestützpunkt und Kreismusikschule Ostholstein im Vordergrund stehen. „Vergiss-Mein-Nicht“ lautet der Titel des Chor-Projektes, das für Menschen mit und ohne Gedächtnisstörung sowie deren Angehörige am 25. Oktober starten soll.

Im Alltag von Demenzerkrankten und deren Angehörigen dominiere oft nur die Krankheit. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Tanzprojekt gemacht und erlebt, wie die Menschen und vor allem auch ihre Angehörigen aufgeblüht sind, weil sie gemeinsam mal wieder etwas Schönes zusammen gemacht haben“, sagte Heike Steinbach-Thormählen, die Koordinatorin des Pflegestützpunktes Ostholstein. Fast zeitgleich sei der Wunsch bei der Kreismusikschule sowie dem Pflegestützpunkt gereift, etwas für Menschen mit kognitiven Einschränkungen anzubieten, sagte Petra Marcolin, Leiterin der Kreismusikschule. Die Wege führten zusammen und Yvonne Crössmann, die bislang Chorleiterin verschiedener Projekte vor allem mit Kindern und Jugendlichen in der KMS war, und bei diesem Projekt von geschulten Ehrenamtlichen begleitet wird. „Meine Mutter ist auch an Demenz erkrankt und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schön es ist und wie sie aufblüht, wenn wir gemeinsam die Lieder von früher singen“, sagte Crössmann. Das sei ein wirklich schönes Erlebnis, denn es gebe auch ihr als Angehörigen viel zurück. Außerdem fördere die gemeinsame Aktivität die kognitive Leistungsfähigkeit. „Unser Appell lautet deshalb, nicht erst anfangen etwas zu tun, wenn gar nichts mehr geht. Je früher, desto besser. Der Weg einer Demenzerkrankung ist zwar vorbestimmt, man kann ihn aber verzögern“, sagte Steinbach-Thormählen. Besonders die Anfangsphase sei schwer für beide Seiten, so Crössmann, „denn dann merken die Betroffenen oft noch, was ihnen verloren geht. Mit dem Chorprojekt wollen wir die Freude in den Alltag zurückbringen“.

Die Karl-Gustav-Jürgensen-Stiftung unterstützt das Projekt, sodass es für alle Interessierten kostenlos angeboten werden kann. Auch ein Fahrdienst zur Musikschule ist möglich. Weitere Infos zum Projekt und Anmeldung ist ab sofort beim Pflegestützpunkt unter Tel. 04521/ 8306630 möglich.

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