Verfolgter Jäger

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Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015

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31. Januar 2015, 15:13 Uhr

Der Naturschutzbund (Nabu) hat den Habicht zum „Vogel des Jahres 2015“ gekürt. Ausschlaggebend für seine Wahl war, wie der Verband mitteilte, die anhaltende illegale Verfolgung des scheuen, meist versteckt im Wald lebenden Greifvogels.

Im nördlichsten Bundesland sind derzeit rund 450 Habicht-Brutpaare beheimatet, davon lebten nach den Bestandserfassungen der Nabu-Vogelexperten gut 30 Paare im Kreis Ostholstein. Obwohl die Jagd auf den Habicht schon seit den 1970er Jahren verboten sei, würden die Greifvögel illegal geschossen, vergiftet, in Fallen gefangen oder ihre Nester durchschossen, berichtete Eutins Nabu-Vorsitzender Oscar Klose. Wörtlich: „Es gibt immer noch einzelne Jäger, die ihn als Konkurrenten bei der Jagd auf Hasen und Fasane sehen. Auch bei manchen Geflügel- und Taubenzüchtern ist der Habicht besonders unbeliebt.“

Dabei müsse durchaus Geduld aufgerbacht werden, den Raubvogel überhaupt beobachten zu können. Oft sei er nur für Sekunden während seiner Jagdflüge zu sehen, so Klose. Habichte jagen ihm zufolge am liebsten in Waldrandnähe und in strukturreichen Landschaften, von einem versteckten Ansitz aus. Für die Fortpflanzung des bussardgroßen Jägers seien ungestörte Wälder von besonderer Bedeutung.

Der Habicht ist gut an seinem langen Schwanz zu erkennen. Die breiten und relativ kurzen, abgerundeten Flügel sind bei erwachsenen Tieren grau gefärbt, die Unterseite hell mit schmalen, schwarzen Querstreifen gebändert oder „gesperbert“. Typisch sind der helle Überaugenstreif und die gelb bis orange gefärbte Iris. Habichtpartner bleiben, so der Nabu-Experte, ein Leben lang zusammen und sind ausgesprochen reviertreu. Außerhalb der Brutzeit würden sie jedoch wieder zu Einzelgängern.

Klose beklagte, dass die Strafverfolgungsbehörden bei Fällen, in denen ein begründeter Verdacht auf die mutwillige Tötung von Habichten vorliege, „oftmals nicht besonders ambitioniert“ seien, diese Übergriffe zu ahnden. Nur ein Bruchteil der zur Anzeige gebrachten Fälle werde tatsächlich aufgeklärt und der oder die Täter auch tatsächlich verurteilt. „Der Naturschutzbund beobachtet dies mit Sorge, denn die Zurückhaltung der Strafverfolgungsbehörden wird von vielen unbelehrbaren Greifvogelhassern quasi als Einladung für ihr illegales Treiben betrachtet“, sagte Oscar Klose.


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