Prinzeninsel im Plöner See : Verfallenes Idyll: Eine Lösung für das Prinzenbad soll her

Das Prinzenbad auf der Prinzeninsel am Großen Plöner See ist in die Jahre gekommen. Es soll nach dem Vorschlag der Stadt für die DLRG erhalten bleiben.
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Das Prinzenbad auf der Prinzeninsel am Großen Plöner See ist in die Jahre gekommen. Es soll nach dem Vorschlag der Stadt für die DLRG erhalten bleiben.

Das marode Bad auf der idyllischen Halbinsel im Plöner See verfällt. Doch die Stadt Plön ist von Sanierungsplänen wenig begeistert.

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22. Januar 2018, 21:23 Uhr

Plön | Es ist einer der schönsten Plätze für einen romantischen Sonnenuntergang in der Region: das Prinzenbad auf der Prinzeninsel. Doch das im Winter unbeheizte Gebäude mit DLRG-Wache, öffentlichen Toiletten und Verkaufsraum ist marode. Die Hohenzollern als Eigentümer der Prinzeninsel haben neue Pläne mit der Gastronomie, wollen Gäste mit einem Elektrobus befördern und Fußgänger über einen „Trampelpfad“ am Wasser entlang leiten.

Die Stadt Plön ist davon nicht begeistert, wurde am Montagabend im Hauptausschuss bekannt. In nicht-öffentlicher Sitzung wurde darüber final diskutiert: es sollen als Arbeitsaufträge schnellstmöglich Lösungen gefunden und Gespräche mit dem Haus Hohenzollern geführt werden.

1954 wurde zwischen der Stadt Plön und dem Haus Hohenzollern ein Pachtvertrag über die Prinzeninsel geschlossen. Es ging dabei um die unentgeltliche Überlassung einer Fläche von 15.000 Quadratmeter am Prinzenbad. Im Januar 1967 wurde aus dem Pachtvertrag ein Leihvertrag, der bis 1987 lief. Im Februar 1974 wurde ein Nachtrag geschlossen, der die Laufzeit bis 31. Dezember 1998 verlängerte. 1980 wurde wieder verhandelt, dass die Stadt Plön die Verkaufsstelle am Prinzenbad an einen anderen Pächter verpachten darf. Es war nämlich ein kleiner Campingplatz entstanden. Der Vertrag lief 1998 aus und die Situation ist nun seit fast 20 Jahren in vertragslosem Zustand.

Ausbau der Gastronomie geplant

Eigentlich idyllisch: Die Prinzeninsel ist eine Halbinsel im Großen Plöner See.
Foto: Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz
Eigentlich idyllisch: Die Prinzeninsel ist eine Halbinsel im Großen Plöner See.
 

Der Vertrag hatte geregelt, dass die Stadt Plön die Prinzeninsel für Zwecke der Allgemeinheit und den Fremdenverkehr nutzen darf. Außerdem hatte die Stadt das Recht, ein Gebäude zu errichten, was in den 60er Jahren auch passiert ist. Die Kosten dafür sowie die Unterhaltung der Wege trägt die Stadt, die öffentlichen Lasten wie Grundsteuern das Haus Hohenzollern.

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre gab es immer wieder Anläufe der Stadt, den Vertrag zu erneuern oder zu modifizieren. Dazu ist es nie gekommen. Doch die Vertragspartner haben den Vertrag weiterhin gelebt. Lediglich die Verkaufsstelle hatten die Hohenzollern selbst weiter verpachtet. Doch das Gebäude ist abgängig. Es sollte ein neues Gebäude entstehen, aber Konkretes ist bisher nicht erklärt worden.

Im Niedersächsischen Bauernhaus sollen jedenfalls künftig mehr Veranstaltungen stattfinden. Und der Transport, so die Überlegung, könnte über selbstfahrende Elektrobusse erfolgen, weil der Weg vom Parkplatz zur Gastronomie auf der Prinzeninsel sehr beschwerlich für die Gäste ist. Doch wenn der Weg von Bussen genutzt wird, wo bleiben dann die Fußgänger? Dafür wird ein Wanderweg direkt am Wasser ins Auge gefasst.

Genehmigungen und Trampelpfade

„Die Stadt hat die Verkehrssicherungspflicht und der alternative Weg am Wasser entlang ist nicht barrierefrei und bei regnerischem Wetter nur eingeschränkt nutzbar“, sagte Thorsten Pfau (SPD). Die Stadt sollte klar machen, dass sie bei Personen- oder Sachschäden keine Haftung übernimmt. Auch Stefan Plischka (CDU) empfindet den Weg am Wasser als „sehr abenteuerlich“. Und Bürgermeister Lars Winter kündigte an, dass die Stadt die Verkehrssicherungspflicht für diese Weg nicht übernehmen werde.

Gerd Weber (Grüne) sagte, dass der Weg von Wanderern „selbst erarbeitet“ worden sei. So sei der Weg auch aus naturschutzrechlicher Sicht zu betrachten: „Ich könnte mir vorstellen, dass es gar nicht erlaubt ist, da durch den Wald zu laufen.“

Frank Evers (FWG-Plön) meinte, dass auch die Verkehrsbehörde des Kreises ein Wörtchen mitzureden habe – nämlich in dem öffentlichen Verkehrsbereich. Bürgermeister Lars Winter bestätigte, dass für den geplanten Shuttle-Verkehr bis zur Brücke eine Sondergenehmigung erforderlich sei. Derzeit sei es nicht möglich. Lieferanten und Mitarbeiter der dortigen Gastronomie sowie der Schüler-Ruder- und Segelverein (SRSV) hätten Genehmigungen. Thorsten Pfau erwartet, dass mögliche Zugeständnisse an das Haus Hohenzollern ebenso für den SRSV gelten.

Bürgermeister Lars Winter beschreibt das Prinzenbad in einem schlechten Zustand. Es sei jahrelang nicht geheizt worden, das Dach habe Probleme und das Haus stehe über Winter leer. Die Folge sei Schimmelbildung. Winter: „Das Gebäude sieht schlimm aus.“ Obwohl es von der Stadt gebaut wurde, sei es in den Besitz des Landeigentümers übergegangen. Dennoch habe die Stadt dort immer Geld investiert. Heute sollte es eher abgerissen, denn saniert werden, empfiehlt der Bürgermeister.

DLRG braucht Räume

Stefan Plischka (CDU) sah es als widersprüchlich an, jetzt öffentliche Gelder für die Sanierung des Gebäudes in die Hand zu nehmen. Doch darauf hofft die DLRG-Gruppe aus Plön. Sie sucht vernünftigen Platz aber auch eine Unterkunft für Bereitschaften und die erforderliche Wache am Prinzenbad, die die DLRG leisten soll. Hier könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Das Prinzenbad diene
als Verkaufsstelle, öffentliche Toilette, den Wachbereich und eine ehemalige Unterkunft für den Naturschutzbund, die mittlerweile auch von der Plöner DLRG genutzt wird.

Wie Winter sagte, sieht die Stadt Bedarf für eine Unterkunft für die DLRG. Auch strategisch sei die Prinzeninsel eine gute Lage: „Man kommt von dort mit dem Wachboot überall schnell hin.“ So sollte eine Lösung für die DLRG-Wachaufsicht gefunden werden. Für die Unterbringung der DLRG-Sachen zeichnet sich eine Lösung im TSV-Sportheim ab. Die Räume der Schießsparte werden frei und könnten vom Musikzug genutzt werden. Der nutzt zurzeit den Keller im TSV-Sportheim, der dann für die DLRG frei werden würde.

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