Vereinsziel: Brauchtum fördern

Der Vorstand rührt die Werbetrommel: (von links) Rolf-Rüdiger Forst, Annegret Boege-Braasch und Jens Latendorf.
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Der Vorstand rührt die Werbetrommel: (von links) Rolf-Rüdiger Forst, Annegret Boege-Braasch und Jens Latendorf.

Der Verein zur Förderung des historischen Bürgervogelschießens in Eutin will weit mehr als ein Anhängsel der Schützengilde sein

shz.de von
15. März 2017, 17:27 Uhr

Der Stapellauf ist eineinhalb Jahre her, das Schiff nimmt Fahrt auf: Der Verein zur Förderung des historischen Bürgervogelschießens in Eutin hat sich für dieses Jahr neue Ziele gesetzt. Das wichtigste wird sein, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass die Vereinsziele weit mehr umfassen als eine Unterstützung der Traditionen, die in der Schützengilde Eutin von 1668 ohnehin gepflegt werden: „Wir möchten das regionale Brauchtum insgesamt fördern“, sagt der Vorsitzende Rolf-Rüdiger Forst im Gespräch mit dem OHA.

Eine Bürde schleppt der zurzeit gut 30 Mitglieder zählende, als gemeinnützig anerkannte Verein mit sich herum: Ein langer, etwas sperriger Name, der auf den ersten Blick nicht verrät, was der Verein alles will. Denn neben Spenden und Werbung für Traditionen, die auf dem Dechantshorst durch die Schützengilde gepflegt werden, lässt die Satzung auch die Förderung von Kunst und Kultur, Erziehung, Volksbildung, Naturschutz und Landschaftspflege zu – ein breites Betätigungsfeld also.

So hat der Verein im vergangenen Jahr zum Beispiel 20 Sitzschalen für die Tribüne der Eutiner Festspiele gestiftet und das Choralblasen auf dem Eutiner Markt gefördert, das am frühen Sonntag morgen in Verbindung mit dem Schützenfest stattfand. Werbung in eigener Sache machte der Förderverein außerdem durch eine Teilnahme am Schützenumzug mit einer Kutsche und einer Fußgruppe in historischen Kostümen. Außerdem verteilten Mitglieder Rosen auf dem Markt.

Für dieses Jahr gibt es eine Liste von Projekten, die Teilnahme am Festumzug der Gilde zum Schützenfest ist natürlich wieder dabei, aber auch eine Internet-Seite soll gestaltet und die Mitgliederwerbung verstärkt werden. Des weiteren plant der Vorstand eine Reihe von öffentlichen Vortragsveranstaltungen: „Wir würden gerne die engen historischen Verbindungen, die es zwischen Stadt, dem Schloss und dem Bürgervogelschießen gab, deutlich machen,“ erläutert Jens Latendorf, der stellvertretende Vorsitzende.

Rolf-Rüdiger Forst hat eine Renaissance des ländlichen Raumes mit dem Bedürfnis der Menschen nach überschaubaren Lebensräumen, Ruhe, Lebensqualität und sozialer Integration ausgemacht. Vor diesem Hintergrund sei es sinnvoll, den Bürgern Heimat zu geben und damit ein Heimatgefühl und eine Verbundenheit zu lokalen Traditionen zu vermitteln.

Dafür sei die Förderung des regionalen Brauchtums von Bedeutung, aber auch die Pflege der Heimatkunde. Vielleicht könnten ja Mitglieder des Heimatverbandes, der sich bekanntlich Ende des vergangenen Jahres aufgelöst hat, eine neue Heimat im Förderverein finden, hofft der Vorsitzende. Die Türen stünden offen. Die Gründung des Fördervereines sei zwar von Mitgliedern der Schützengilde angeregt worden, der Förderverein aber „vollkommen unabhängig und eigenständig“. Etwa die Hälfte der Mitglieder gehören, wie Kassenwartin Annegret Boege-Braasch sagte, nicht der Schützengilde an. Etwa ein Drittel seien Frauen, denen ist eine Mitgliedschaft in der Schützengilde grundsätzlich verwehrt.

Rolf-Rüdiger Forst: „Wer immer uns in unseren Zielen, sei es in einer Mitgliedschaft oder mit einer steuerrechtlich geltend zu machenden Spende unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen“. Weitere Auskünfte erteilt der Vorsitzende unter Telefon 04521/7957722.

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