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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 10:45 Uhr

Vereinsführung bleibt „Familiensache“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Förderverein des Schul- und Dorfmuseums Schönwalde wählt Marc Dobkowitz zum Vorsitzenden / Vorgänger jetzt Ehrenvorsitzender

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 17:43 Uhr

Seit 34 Jahren hatte Hans-Joachim Michaelsen den Vorsitz des Fördervereins des Schul- und Dorfmuseums Schönwalde inne. Bei der diesjährigen Jahresversammlung am vergangenen Mittwoch in der Schönwalder Friedrich-Hiller-Schule gab er den Stab aus der Hand – zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Marc Dobkowitz gewählt.

Damit bleibt die Vereinsführung „Familiensache“: der scheidende Vorsitzende ist ein Sohn des Museumsgründers Hermann Michaelsen, der auch der letzte amtierende Rektor der ehemaligen Dorfschule war, in der das heutige Museum beheimatet ist. Der neugewählte Vorsitzende ist sein Enkel – somit tritt mit dem 44-jährigen Dobkowitz also die nächste Generation in die Fußstapfen ihrer Vorfahren.

Insgesamt sehr zufrieden zeigte sich Hans-Joachim Michaelsen im Rückblick auf das zurückliegende Jahr und ließ die vielen Veranstaltungen Revue passieren, die guten Anklang fanden: wie beispielsweise das Wäschewaschen mit alten Gerätschaften oder der praktischen Vorführung traditionellen Schmiedehandwerks. Sorge bereitet vor allem der rückgängige Besuch der Museumspädagogik. Durch die Ausdünnung des öffentlichen Nahverkehrs hätten Schulklassen und Jugendgruppen kaum mehr die Möglichkeit, in angemessener Zeit und zu bezahlbaren Tarifen aus dem Umland ins Museum zu kommen.

Michaelsen dankte allen langjährigen Mitstreitern und Helfern – besonders erwähnte er hier Renate Schäfer, die über viele Jahre die Museumspädagogik betreute und organisierte. Weiterhin dankte er Karl-Friedrich Linke, der kürzlich das gesamte Magazin gesichtet, aufgeräumt und sortiert hat. Auch die ehrenamtlichen Betreuer vergaß er nicht; ohne sie sei ein Aufrechterhalten des Museumsbetriebes nicht denkbar.

Er selbst werde sich nicht völlig aus dem Museum zurückziehen, sondern „dabei sein, wenn man mich braucht“ – als eine Art Gelegenheitshausmeister, wie er scherzhaft ausführte.

Eine gelungene Überraschung gab es, als der stellvertretende Vorsitzende Thomas Utz den Antrag stellte, Michaelsen zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, was einstimmig beschlossen wurde. „Du hast über mehr als eine Generation das Museum geprägt, ausgebaut, gestaltet – das ist kaum zu toppen“, sagte Utz in seiner Laudatio.

Marc Dobkowitz sieht es als eine vordringliche Aufgabe an, das Museum in der digitalen Welt zu verankern. Ebenso wichtig sei es, Nachwuchs im Förderverein und für ehrenamtliche Arbeit im Museum zu gewinnen. Kaum irgendwo gebe es so vielfältige Möglichkeiten, sich praktisch oder organisatorisch zu betätigen. Er animierte die Mitglieder der Versammlung, intensiv für Fördermitgliedschaften im Verein zu werben.

Zum Abschluss der Jahresversammlung gab es noch einen heimatkundlichen Vortrag von Dr. Frank Wilschewski, Leiter des Neustädter Museums „Zeittor“, der in der für ihn typischen kurzweiligen Art über die slawische Besiedlung Ostholsteins im 11. und 12. Jahrhundert referierte.



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