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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 07:08 Uhr

Vereine wollen Schüler begeistern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fünftklässler der Wisser-Schule und der Gustav-Peters-Schule probierten sich gestern bei einem Aktionstag in in elf Sportarten aus

Badminton, Einrad, Jujutsu – mehr als 350 Kinder der vierten und fünften Klassen der Wilhelm-Wisser- und Gustav-Peters-Schule konnten sich gestern in insgesamt elf Sportarten ausprobieren. Ute Castro Aravena, Sportlehrerin an der Gemeinschaftsschule, organisierte diesen Tag zusammen mit Eckhard Holst von der Arbeitsgemeinschaft der Eutiner Sportvereine. Das Ziel der bisher einmaligen Veranstaltung mit sechs Vereinen: „Wir wollen die Kinder wieder für Sport und Bewegung in der Freizeit begeistern.“

Die Vereine haben immer mehr Nachwuchsprobleme, bestätigt Eckhard Holst. Eine solche Veranstaltung am Vormittag in die Schule zu holen, sei deshalb wichtig, wenngleich es schwer gewesen sei, ehrenamtliche Trainer für diese Zeit zu finden. Holst: „Die Vereine versprechen sich jetzt keinen Mitgliederansturm durch diese einmalige Veranstaltung.“ Es gehe vielmehr darum, mit den Kindern direkt in Kontakt zu kommen. Holst: „So lernen sie hier schon einige Trainer kennen, die sie dann später vielleicht auch im Verein wiederfinden.“ Die wenigsten Eltern ergriffen heute noch die Initiative und gingen mit ihren Kindern auf Vereinssuche, die „Werbung“ laufe heute andersherum, sagte Holst.

Eckhard Holst und Ute Castro Aravena wollen deshalb künftig an einem festen Tag im Jahr immer wieder Vereine in die Schulen holen und das Angebot auch gern für höhere Klassen ausweiten. Castro Aravena: „Ich bin seit 30 Jahren Sportlehrerin. Früher waren zwei Drittel der Schüler in Sportvereinen, heute ist es dagegen nicht einmal ein Drittel der Kinder.“ Sie sehe da in erster Linie die Eltern in Verantwortung: „Wenn Mütter und Väter schon nicht mehr in Vereinen aktiv sind, wie sollen dann die Kinder darauf aufmerksam gemacht werden?“ Ein weiteres Problem der „heutigen Jugend“ sei ihrer Meinung nach, dass sie seltener und ungern Verpflichtungen wie regelmäßige Trainings eingingen. Sven Ulmer, Schulleiter der Wilhelm-Wisser-Schule, geht sogar einen Schritt weiter: „Ich denke, dass die Konkurrenzangebote in der Freizeit heute einfach zu groß sind. Wer sich heute bewegt, macht das nicht selten mit der Wii, viele hängen einfach nachmittags vor den Tablets.“ Das häufige Argument, die offenen Ganztagsschulen (OGS) nähmen den Sportvereinen die Jugendlichen weg, könne er ebensowenig wie Ute Castro Aravena bestätigen: „Von 25 Kindern pro Klasse nehmen maximal fünf das Angebot der offenen Ganztagsschule an.“

Dass Bewegung heute dringender in den Freizeitbereich eingebunden werden muss, weil es im Lehrplan Kürzungen der Sportstunden gab, hat die Wisser-Schule schon erkannt. Ulmer: „Wir kooperieren mit einzelnen Vereinen und bieten in der OGS diverse Sportarten und Arbeitsgemeinschaften an.“ Doch wie diese einmalige Aktion gestern an der Gustav-Peters-Schule sei auch das noch ausbaufähig – auch für andere Schulen.

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erstellt am 11.Feb.2015 | 11:13 Uhr

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