Verein will Blues in Eutin retten

Vorsitzender Marcus Gutzeit (v.l.) möchte gemeinsam mit Marius Winkler, Jan Knoop, Thorben Junge und Claudia Schadwinkel sowie den weiteren (abwesenden) Gründungsmitgliedern Alexander Mende und Michael Schaar das Blues-Fest in Eutin erhalten.
Vorsitzender Marcus Gutzeit (v.l.) möchte gemeinsam mit Marius Winkler, Jan Knoop, Thorben Junge und Claudia Schadwinkel sowie den weiteren (abwesenden) Gründungsmitgliedern Alexander Mende und Michael Schaar das Blues-Fest in Eutin erhalten.

Sieben Eutiner gründen Förderverein und wollen zwischen Verwaltung und Blues Baltica vermitteln / Bürgermeister offen für Mediation

shz.de von
01. Juni 2018, 12:54 Uhr

Das 30. Jubiläum des Blues-Festes wollen die Mitglieder des gestern gegründeten Fördervereins „Eutiner Blues“ – wie die vergangenen 29 Jahre auch – auf dem Eutiner Marktplatz feiern. „Wir hoffen auf ein Wunder und wollen alles dafür tun, dass das Blues-Fest auch weiterhin in unserer Stadt veranstaltet wird“, sagt Vereinsvorsitzender Marcus Gutzeit.

Die Probleme der verhärteten Fronten zwischen
dem Fest-Veranstalter-Verein Blues Baltica und der Verwaltung seien dem Verein bekannt und die Mitglieder wollen vermitteln, beide Seiten an einen Tisch holen nach der Blues-Challenge Ende Juni. „Wir wollen dem Verein aber auch zeigen, dass wir hinter ihm stehen, den Blues in der Stadt und die Veranstaltung wollen und unterstützen wollen. Deshalb dürfen ab sofort gern viele Mitglieder kommen, die das gleiche Ziel verfolgen“, appelliert Gutzeit.

Das Blues-Fest sei eines der kulturellen Highlights in der Stadt und der Region. „Das muss erhalten bleiben“, sagen die Mitglieder unisono. Gutzeits Stellvertreter ist Jan Knoop vom Autohaus am Bungsberg und selbst Musiker: „Ich liebe diese Musik und neben der kulturellen Bedeutung hat es auch wirtschaftliche Aspekte für die Region.“ Es hingen daran natürlich auch Arbeitsplätze, so Gutzeit. Marius Winkler (25) ist ebenfalls Gründungsmitglied des Vereins: „Ich kenne Eutin gar nicht anders und möchte, dass das Fest auch in Zukunft erhalten bleibt. Dafür mache ich mich auch gern in der neuen Stadtvertretung stark“, sagt der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende. Schatzmeisterin Claudia Schadwinkel sieht das ähnlich: „Ich habe zwei Kinder und wünsche mir einfach für die Zukunft, dass der kulturelle Reichtum, dass die Feste erhalten bleiben, die die Stadt vielfältig und liebenswert machen.“ Vereinsmitglied Thorben Junge, oft Besucher des Festes, möchte auch die nächsten Jahre „eine schöne Zeit mit Freunden und Familie“ auf dem Markt verbringen. „Ich glaube, dass es in erster Linie ein Kommunikationsproblem ist, bei dem wir gern helfen wollen.“

Die Zeichen für ein gemeinsames Gespräch zwischen Verwaltung und Verein stünden gut, berichtet Gutzeit. „Von Helge Nickel haben wir die Zusage, dass bis zur Challenge nichts entschieden wird, vom Bürgermeister grünes Licht, er ist echt offen“, berichtet Gutzeit.

„Ich freue mich über die Gründung des Vereins und über das Engagement. Eutin ist ein Kulturhotspot, braucht die Vielfalt und da gehört das Blues-Fest auf jeden Fall dazu“, sagt Bürgermeister Carsten Behnk auf Nachfrage. Er sei zu Gesprächen auch Mediation bereit, signalisiert: „Eutin braucht das Blues-Fest.“ Stadt und Politik unterstützen Blues-Fest und Challenge insgesamt mit etwa 30 000 Euro, in der Bearbeitungszeit von Anträgen gebe es Luft nach oben, so der Bürgermeister. „Aber ordnungsrechtliche Anordnungen für ein Fest dürfen nicht als ‚Knüppel zwischen den Beinen‘ empfunden werden, sondern sind Sicherheitsauflagen als Ergebnis aus Gesprächen mit Kreis und Polizei“, sagt Behnk. Für das nächste Jahr liege noch kein Antrag des Vereines Blues Baltica vor, „aus unserer Sicht gibt es für nächstes Jahr auch keine Probleme und selbst 2020, wenn der Markt saniert werden soll, würde auf die Großveranstaltung Rücksicht genommen werden können“, betont Behnk.



Beim Mitgliedsbeitrag orientiert sich der Förderverein Eutiner Blues am Gründungsjahr: 19,89 Euro zahlt ein Mitglied pro Jahr, Paare und Familien 30 Euro. Weitere Infos unter www.eutiner-blues.de

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