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Verein „Modersprak“ bildet Ehrenausschuss

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das stand im „Anzeiger“ in der Woche vom 9. bis 15. Mai 1914:

Die Woche beginnt mit einem schon angekündigten umfangreichen Bericht über die Händel-Aufführung in der Stadtkirche. Alle Chöre und Gesangvereine der Stadt haben – gemeinsam mit Plöner Kollegen – an dieser spektakulären Vorstellung mitgewirkt.

Ferner ist der Frühjahrsmarkt am letzten Wochenende vom guten Wetter begünstigt mit seinen zahlreichen Geschäften und den Berg- und Talbahnen ein großer Anziehungspunkt gewesen. Der „Anzeiger“ geht davon aus, dass die Budenbesitzer einen „guten pekuniären Erfolg gehabt haben“. Wenige Tage später erhalten zwei Eutinerinnen, die Luftballons mit an sie adressierten Antwortkarten fliegen ließen, einen Gruß aus der Gegend von Anklam.

Der Vaterländische Frauenverein sammelt an dem so genannten Blumentag für das Rote Kreuz. Allein im Stadtgebiet kommen bei der Hauskollekte über 800 Mark zusammen, die für freiwillige Krankenpflege im vergangenen Krieg Verwendung finden können. Großherzog Friedrich August versetzt den Landeskassierer Schläfke zum 1. Juni in den wohlverdienten Ruhestand und verleiht ihm gleichzeitig den Titel „Rechnungsrat“.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Der plattdeutsche Provinzialverbandstag ist in Planung. Dazu beruft der Eutiner Verein „Modersprak“, der sich regelmäßig bei Gastwirt Heinrich Kloth trifft, einen Ehrenausschuss ein. Diesem Gremium gehören nahezu alle Honoratioren der Stadt an. Einen wesentlichen Programmteil soll der Uhrmacher Relling bestreiten, der auch ein begnadeter Reuter-Rezitator ist.

Am Sonntag, dem 10. Mai, wird von der letzten Sitzung des Schöffengerichts berichtet. Es sind bei sechs Verhandlungen Geld- und Gefängnisstrafen verhängt worden. Frau Dr. Marcinowski, Besitzerin des Sanatoriums „Haus Sielbeck“, sucht Küchenmädchen und die Casino-Gesellschaft vergibt Spielmöglichkeiten auf dem neuen Tennisplatz an der Holstenstraße.

Im überregionalen Teil des Anzeigers wird über „Amerikas Wehrmacht“, „Englische Rekrutierung“ und „Aufstandsgelüste in Kamerun“ berichtet. Im Kino bei Borre läuft der Film „Zum Paradies der Damen“ mit der Schauspielerin Henny Weisse.

Olga Julia Wegener, geb. von Zaluskowski, hebt den öffentlichen Weg über den kürzlich von ihr und ihrem Mann erworbenen „Lindenhof“ in Fissau auf, bei Verstößen droht sie mit Anzeigen. Dies ruft den Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs auf den Plan, der sich gemeinsam mit dem Fissauer Verschönerungsverein für eine Lösung der sich aus der Wegesperrung ergebenden Probleme einsetzt.

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erstellt am 14.Mai.2014 | 11:14 Uhr

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