Ausstellung in Kreisbibliothek : Verbrechen der NS-Justiz

Kämpfen gegen das Vergessen (v.l.): Lutz Tamchina, Klaus Leffler, Erika Hofmann, Susanne Kasten, Käthe Birkenfeldt und Klaus Wächtler. Foto: Resthöft
Kämpfen gegen das Vergessen (v.l.): Lutz Tamchina, Klaus Leffler, Erika Hofmann, Susanne Kasten, Käthe Birkenfeldt und Klaus Wächtler. Foto: Resthöft

Der Arbeitskreis 27. Januar holt eine Wanderausstellung nach Eutin.

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06. Januar 2011, 11:04 Uhr

Eutin | Seit 1996 ist der 27. Januar der nationale Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Und seit 1996 setzt sich der Arbeitskreis 27. Januar in Eutin dafür ein, die Erinnerung an diese Schreckensjahre wach zu halten. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Thema "Justiz im Nationalsozialismus."

Kernstück ist vom 17. Januar bis 14. Februar in der Kreisbibliothek die Ausstellung "Justiz im Nationalsozialismus - über Verbrechen im Namen des deutschen Volkes" der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Justiz in der Strafvollzugsanstalt Wolfenbüttel. Bereits im vergangenen Jahr hätte Klaus Wächtler vom Arbeitskreis diese Ausstellung gerne gezeigt - leider gab es da schon eine Absprache zwischen der Gedenkstätte und dem Justizministerium des Landes, die Ausstellung in verschiedenen Gerichten zu zeigen.

Dafür ist Eutin aber nun der einzige Standort, an dem die Ausstellung außerhalb eines Gerichtes zu sehen ist. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Einzelschicksale von Hingerichteten. Oftmals ging es in den Prozessen gar nicht um Gerechtigkeit, sondern darum, ein Exempel an so genannten "Volksverrätern" zu statuieren. Darüber hinaus sollten durch die öffentlich gemachten Urteile auch die Familien der Hingerichteten diskriminiert werden.

Wie es NS-Juristen in der Nachkriegszeit erging, ist ein zweiter Komplex der Ausstellung. Viele Richter und Staatsanwälte machten nach 1945 wieder Karriere und wurden für ihre Taten nie bestraft. Ab Montag, 24. Januar, bietet der Arbeitskreis Ausstellungsführungen für Schulklassen. Termine dafür können unter Telefon 04521/788782 vereinbart werden. Eröffnet wird die Ausstellung am Montag, 17. Januar, um 19.30 Uhr durch Wilfried Knauer, Leiter der Gedenkstätte in Wolfenbüttel.

Um die "NS-Verbrechen an der Bevölkerung Polens" geht es am Donnerstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr in einem Vortrag der Historikerin Gabriele Lesser.

An dem Vortrag "Im Rahmen der demokratischen Grundordnung: NS-Richter in der Nachkriegszeit" von Prof. Dr. Ingo Müller am Dienstag, 8. Februar, beteiligen sich auch Schüler des Voß-Gymnasiums und der Kreisberufsschule. Sie beschäftigten sich mit damaligen Prozessakten und stellen ihre Erkenntnisse im Rahmen des Vortrags ab 19.30 Uhr in der Kreisbibliothek vor.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

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