Verbraucherschutz kann lecker sein

Betriebsleiter Karsten Wulf (Mitte) ließ Landrat Reinhard Sager und Ministerin Sabine Sütterlin-Waack auch mal Naschen.
Betriebsleiter Karsten Wulf (Mitte) ließ Landrat Reinhard Sager und Ministerin Sabine Sütterlin-Waack auch mal Naschen.

Ministerin Sabine Sütterlin-Waack besuchte auf ihrer Tour gestern den Ingenhof und probierte selbstangebaute Erdbeeren und Wein

shz.de von
11. Juli 2018, 00:24 Uhr

Sonne, Erdbeerfeld und gute Laune: Landrat Reinhard Sager hatte gestern gute Voraussetzungen, den Kreis Ostholstein von seiner besten Seite zu präsentieren. Gemeinsam mit Sabine Sütterlin-Waack, Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung, besuchte er nach der Firma Lubeca, bekannt für Lübecker Marzipan in Stockelsdorf, den Ingenhof in Malkwitz.

„Sind die lecker!“, entfuhr es der Ministerin, die kaum auf dem Erdbeerfeld zum Selberpflücken eine Kostprobe der kleinen roten Früchte nicht verwehrte. Betriebsleiter Karsten Wulf, Lebensgefährte der Hofbetreiberin Melanie Engel, informierte die Besucher über den Hof mit zehn festen Mitarbeitern und aktuell etwa 340 Saisonkräften. Auf gut 200 Hektar werde Ackerbau betrieben, außerdem sind mittlerweile 48 Hektar Erdbeerfelder und Weinanbau auf etwas mehr als drei Hektar. „Wein aus Schleswig-Holstein, das glauben mir meine italienischen Freunde nicht“, sagte Sütterlin-Waack begeistert, zückte ihr Handy und machte ein Beweisfoto der Rebstöcke. „Wir haben durch die Gletscherverschiebung hier eine ideale Südhanglange mit 30-prozentiger Neigung für den Wein. Der Boden ist ein Lehmsandgemisch mit vielen Steinen, die sich in der Sonne aufwärmen und diese Wärme in den Abendstunden an die Wurzeln abgeben. So ein Wetter wie bisher ist eigentlich ideal“, erklärte Betriebsleiter Wulf. Zwischen 2000 und 4000 Liter Wein, je nach Sorte und Wetter, können pro Saison gelesen werden, so Wulf. In diesem Jahr rechne er mit einem guten Ertrag.

Eher schwierig waren die heißen Sommertage dagegen für die Erdbeeren, das große Standbein des Hofes. „Die Sorten reifen zu schnell aufeinander, selbst die späten“, sagte Wulf. Bewässerung der Erdbeerfelder sei ein großes Thema, gerade in so trockenen Phasen. Zwischen 700 und 800 Tonnen Erdbeeren, gut 220 Tonnen davon für die Schwartauer Werke, werden jährlich geerntet. Ab fünf Uhr morgens seien die Pflücker auf den Feldern, ernten bis in den Vormittag und dann ab 16 Uhr bis in den Abend für die 30 Verkaufsstände im ganzen Land. Selbst in Büsum und Dithmarschen, exportiert sogar bis Dänemark und Finnland, sind Ingenhof-Erdbeeren zu finden. Damit die Früchte den Qualitätsansprüchen genügen, werden sie, frisch und warm vom Feld in der großen Kühlung auf dem Hof auf eine Kerntemperatur von etwa sieben Grad Celsius abgekühlt. „So sind sie drei bis vier Tage lagerbar“, erklärt Wulf.

Sütterlin-Waack zeigte sich bei ihrem Besuch begeistert. „Verbraucherschutz ist ein wichtiges Thema und wir sind froh, dass wir den Kreis Ostholstein an unserer Seite haben. Denn derzeit arbeiten wir an einem Konzept, wie Behörden noch besser miteinander vernetzt werden und gerade beim Thema Kontrolldichte zusammenarbeiten können“, so die Ministerin.

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