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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 02:23 Uhr

Urteil: Verein kann Videos untersagen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SHFV-Sportgericht billigt aber Zusammenschnitt

shz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 12:16 Uhr

Ein Sportverein kann grundsätzlich von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Filmaufnahmen und deren Verwertung bei den Heimspielen seiner Fußballer untersagen. Auf diese höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2005 weist das Sportgericht des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands (SHFV) in einem aktuellen Urteil hin. Die Untersagung könne etwa durch den Aushang allgemeiner Geschäftsbedingungen am Eingang erfolgen, heißt es im Urteil.

In dem verhandelten Fall ging es um ein Heimspiel der BCG Altenkrempe gegen die SVG Pönitz in der Kreisliga Ostholstein am 5. März. Das Internetportal „Pönitz TV“ veröffentlichte nach dem Spiel, das der Gastgeber mit 1:2 verlor, einen gut anderthalbminütigen Zusammenschnitt der Tore, den die SVG Pönitz auf ihre Facebook-Seite stellte. Von einer angekündigten Live-Übertragung des Spiels hatte Pönitz TV dagegen Abstand genommen, als der Gastgeber im Vorfeld rechtliche Bedenken geltend machte.

Aufgrund des Zusammenschnitts schaltete die BCG Altenkrempe den Kreisfußballverband Ostholstein ein, der sich daraufhin seinerseits an das Sportgericht wandte. Das Sportgericht konnte jedoch keine Unsportlichkeit der SVG Pönitz erkennen. Es gebe kein Schutzrecht, auf das sich die BCG Altenkrempe berufen könne. In den SHFV-Statuten sei kein Recht des gastgebenden Vereins an der Verwertung von Sportveranstaltungen, etwa durch Live-Beriche und Nachberichte, verankert. Im konkreten Fall habe es auch keinen Aushang von Geschäftsbedingungen gegeben, die Filmaufnahmen untersagt hätten.

Grundsätzlich werde ein Fußballverband durch die Veröffentlichung von Filmausschnitten in einem Internetportal nicht in seinen Verwertungsrechten verletzt, erklärte das Sportgericht unter Verweis auf eine BGH-Entscheidung aus dem Jahr 2010 („Hartplatzhelden“). Die Frage, ob es für die Veröffentlichung von Filmaufnahmen von Amateurfußballspielen aufgrund bestehender vertraglicher Regelungen einer Lizenz oder einer Akkreditierung des SHFV oder der für die Vermarktung des SHFV zuständigen „torwärts Vermarktungs- und Vertriebsgesellschaft“ bedürfe, ließ das Sportgericht offen. Denn das Verhalten von Pönitz TV unterliege nicht der Sportgerichtsbarkeit. In dem verhandelten Fall sei es lediglich darum gegangen, ein möglicherweise unsportliches Verhalten eines SHFV-Mitglieds zu prüfen.

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