Eutin : Unwetter trifft Eutin

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Glück im Unglück: Der Baum im Sandfeldweg beschädigte das Hausdach nicht. Fotos: FF Eutin
Glück im Unglück: Der Baum im Sandfeldweg beschädigte das Hausdach nicht. Fotos: FF Eutin

Fast 30 Einsätze allein rund um die Innestadt: Bäume umgestürzt, Keller vollgelaufen.

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20. Juni 2019, 09:40 Uhr

Eutin | Grummeln, Donner und ein sich rasch verdunkelnder Himmel waren die Vorboten des Unwetters am Mittwochabend. Ein aus südwestlicher Richtung aufziehendes starkes Gewitter mit Sturmböen der Stärke 8 bis 9 und Starkregen mit Hagel zog über die Region hin zur Lübecker Bucht. „Baum auf Straße, Wasser im Keller, Wasser läuft ins Haus“ – so oder so ähnlich lauteten die Alarmierungen. Insgesamt 29 Mal musste die Feuerwehr in Eutin, Neudorf und Fissau zwischen 19.36 Uhr und 22.16 Uhr ausrücken.

Einsatz in der Albert-Mahlstedt-Straße: Wasser in Keller und Haus.
Einsatz in der Albert-Mahlstedt-Straße: Wasser in Keller und Haus.
 

Zahlreiche Straßen im Stadtgebiet waren an Senken kurzfristig überschwemmt, aus Gullys sprudelte das Wasser – die Kanalisation konnte die Wassermassen so schnell nicht aufnehmen.

Überschwemmungen wie hier in der Weidestraße in Richtung Großmeinsdorf gab es vielerorts im Stadtgebiet.
emde
Überschwemmungen wie hier in der Weidestraße in Richtung Großmeinsdorf gab es vielerorts im Stadtgebiet.
 

„Wir waren gut vorbereitet und hatten den Funkraum besetzt, in dem alle Alarmierungen von der Leitstelle per Fax ankamen, so dass die Einsatzkräfte die Einsätze priorisieren konnten“, erklärte Florian Wrage, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Eutiner Wehr. Unter den 29 Einsätzen seien elf gewesen, bei denen die Feuerwehr nicht nötig gewesen wäre, außerdem vier Fälle, in denen man sich auch anders hätte behelfen können, so Wrage. Weil die Äste auf der Straße durch bloßes in die Hand nehmen hätten selbst beseitigt werden können.

Wasser in der Backstube.
Wasser in der Backstube.
 

Gut 20 Zentimeter Wasser stand in der Backstube in der Elisabethstraße. „Dort sind wir bei Regen regelmäßig“, so Wrage. Auch bei zwei weiteren Häusern auf der Seite der Straße laufe regelmäßig Wasser in den Keller. Die Bundeswehr hatte ebenfalls Wasser in den Hallen an der Oldenburger Landstraße.

Glück im Unglück hatten Hausbesitzer im Sandfeldweg in Fissau. Ein Baum stürzte vom Gehweg gegen Haus und aufs Hausdach. Die Eutiner Wehr half mit der Drehleiter. „Das Haus ist nicht beschädigt worden“, sagte Wrage.

Insgesamt seien die Eutiner mit 37 Kameraden, die Neudorfer mit 22 Feuerwehrleuten  und die Fissauer mit elf Kräften  im Einsatz gewesen. Der Baubetriebshof der Stadt war seit den frühen Morgenstunden des Donnerstags mit Aufräumarbeiten beschäftigt, teilte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt auf Nachfrage mit. Ausgespülte Wege müssten ausgebessert werden, herumliegende Äste beseitigt, Abläufe gereinigt werden. Am Markt sei ein Fahnenmast umgeknickt und werde ersetzt, den unter Wasser stehenden Schulhof am kleinen See sei von den Städtischen Betrieben vom Wasser befreit worden.

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