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Unveröffentlichte Interviews mit KZ-Überlebenden in Ahrensbök

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 14.Apr.2015 | 12:30 Uhr

Zum Gedenken an den 70. Jahrestag des Todesmarsches von Auschwitz nach Ostholstein wird die Gedenkstätte Ahrensbök bislang unveröffentlichte Filmdokumentationen zeigen. Sie wurden während der Besuche von Überlebenden in Ahrensbök aufgezeichnet. Interessierte sind eingeladen, am kommenden Sonntag, 19. April, und am folgenden Sonntag, 26. April, jeweils um 15 Uhr die Arbeiten der Husumer Filmemacherin Martina Fluck zu sehen, die im Auftrag des Trägervereins drei Zeitzeugen interviewte und ihre Aussagen filmte, als sie zur Eröffnung der Gedenkstätte am 8. Mai 2001 beziehungsweise zu einer Lesereise nach Ahrensbök kamen.

Als erster, der einer Einladung der damaligen Bürgerinitiative „Gruppe 33“ annahm, kam Sam Pivnik. Der gebürtige Pole war 16 Jahre alt, als er und seine jüdische Familie durch die Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Polen gejagt wurden. Er überlebte Auschwitz-Fürstengrube, den Todesmarsch sowie die „Cap Arcona“-Katastrophe am 3. Mai 1945 in Neustadt. Das Gespräch mit ihm fand während der Eröffnungsfeier zur Gründung der Gedenkstätte statt. Albert van Hoey stellte sich dem Gespräch mit Martina Fluck zur selben Zeit. Der Belgier, der wegen Widerstands in seiner Heimat verhaftet wurde, überlebte das KZ Mittelbau-Dora im Harz; er wurde vom Schwedischen Roten Kreuz befreit.

In einer zweiten Filmdokumentation kommt Benjamin Jacobs zu Wort. Man nannte ihn den „Zahnarzt von Auschwitz“, so lautet auch der Name seiner Autobiografie. Jacobs war Student der Zahnmedizin, als seine KZ-Haft begann. Er überlebte Todesmarsch und Cap Arcona-Katastrophe, über die er ein zweites Buch veröffentlichte, das er „The 100-Year Secret“ nannte. Im Anschluss an die beiden Filmvorführungen wird Gelegenheit zur Aussprache sein.

Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Spenden sind willkommen.

Die Gedenkstätte liegt an der Flachsröste 16 an der B  432 und ist jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Telefon 04525/493060, E-Mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de.

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