zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 15:31 Uhr

Unternehmer sehen Defizite der Politik

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Unternehmensverband vermisst rechtzeitige Regeln für Zuwanderung in der EU

von
erstellt am 16.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Verwunderung darüber, wie die Diskussion in der neuen Bundesregierung und in Europa über das Thema Zuwanderung geführt wird, hat Werner Süß bekundet. Der Vorsitzende des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön, (UV OH-P), hat in seinem traditionellen Jahresbrief an die Mitglieder festgestellt: „Man wusste
seit langer Zeit, dass Zuwanderungsbeschränkungen für Rumänen und Bulgaren Anfang 2014 aufgehoben werden würden, hat sich aber in keiner Weise ausreichend auf die neue Situation vorbereitet. Nun führt man die Diskussion so, als sei das Ganze nur ein Problem des Missbrauchs von Sozialleistungen. Dabei geht es eigentlich um grundsätzliche Dinge.“ Süß weist darauf hin, dass sich die Wirtschaft im Angesicht des Fachkräftemangels über jeden qualifizierten Zuwanderer freuen werde, zumal immer mehr Fachkräfte gebraucht würden. Es müsse aber auch eindeutig eine Zuwanderung in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sein und keine Zuwanderung in unsere Sozialsysteme oder in prekäre Arbeitsverhältnisse.

„Wenn man Armutswanderung in Europa verhindern will, müssen klare und überprüfbare Regelungen her“, so Süß weiter. Er könne sich vorstellen, dass zum Beispiel die Übernahme der Integrationskosten mit dem jeweiligen Herkunftsland über die EU vereinbart werden könne. Dabei sei die Bundesregierung gefragt.

„Die EU ist in den vergangenen Jahren zu rasch erweitert worden, ohne vorher vernünftige Regelungen für einen einheitlichen europäischen Arbeitsmarkt zu vereinbaren. Es ist klar, dass alle EU-Bürger Freizügigkeit und gleiche Rechte genießen. Aber bevor man diese Rechte gewährt, hätte man sich mit den möglichen Problemen befassen müssen“, meint Werner Süß. „Vorbeugen ist immer besser als nachträglich reparieren.“ Die Unternehmer erwarteten zu Recht, dass die politische Diskussion versachlicht und tragfähige Regelungen gefunden würden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen