„Untermieter“ auf dem Sportplatz

Mit Maulwürfen teilen sich die Sportler in Süsel den Platz. Fußball-Obmann Erhard Nawotke und TSV-Vorsitzender Holger Böttcher drängen auf einen Neubau, am besten mit Kunstrasen.
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Mit Maulwürfen teilen sich die Sportler in Süsel den Platz. Fußball-Obmann Erhard Nawotke und TSV-Vorsitzender Holger Böttcher drängen auf einen Neubau, am besten mit Kunstrasen.

Rasensport in Süsel unter erschwerten Bedingungen – Der TSV fordert seit längerem einen Neubau möglichst als Kunstrasenplatz

shz.de von
29. März 2017, 04:00 Uhr

Der 45 Jahre alte Sportplatz in Süsel ist in einem bedauernswerten Zustand. Neben diversen Unebenheiten und wenig Grün machen sich seit geraumer Zeit fleißige Maulwürfe daran, den Platz zu unterhöhlen. Der Turn- und Sportverein (TSV) Süsel drängt seit Jahren auf Abhilfe in Form eines Neubaues. Den will die Gemeinde auch grundsätzlich. Dennoch gibt es Meinungsverschiedenheiten.

Der Platz, den auch die Schule nutzt, sei aktuell kaum bespielbar und berge durch etliche Löcher Verletzungsgefahren, stellt der TSV-Vorsitzende Holger Böttcher fest. Der Bauhof habe zwar kürzlich den Platz planiert, doch bereits nach einer Woche seien wieder diverse Maulwurfshügel auf dem Feld.

Der TSV Süsel habe rund 200 aktive Fußballer und Football-Spieler. Ein Neubau, am besten als Kunstrasenplatz, sei dringend geboten. „Derzeit ist ein geordneter Trainings- und Spielbetrieb kaum möglich. Die Gemeinde hat uns zwar auf Ausweichmöglichkeiten auf den Bolzplätzen in Zarnekau und Fassensdorf hingewiesen, doch das wirft auch organisatorische Probleme auf“, sagt Fußball-Obmann Erhard Nawotke. Zurzeit weichen die Fußballer zum Training nach Scharbeutz aus. „Aber das ist für die Jugendmannschaften nicht machbar“, meint Nawotke.

Obwohl die Baukosten eines Kunstrasenplatzes gegenüber einem Naturrasen deutlich höher sind, hält Böttcher diese Lösung für nachhaltiger. „Der Pflegeaufwand ist erheblich niedriger, die Nutzungsdauer im Jahr deutlich höher und die Haltbarkeit länger. Das rechnet sich.“ Den Vorwurf der Gemeinde, den schlechten Zustand des Platzes durch die Aufnahme von Footballern selbst verursacht zu haben, hält Böttcher ein Gutachten, an dem die Universität Wien mitgearbeitet habe, entgegen. Darin heißt es: „Die Bespielung durch beispielsweise drei Fußball-, drei Football- und drei Faustballspiele ist rasenverträglicher zu bewerten als neun gleichbelastende Fußballbespielungen.“

Bürgermeister Holger Reinholdt verweist darauf, ständig in Gesprächen mit dem TSV zu stehen. Die Gemeinde habe bei der Universität Kiel ein Sportstättenkonzept in Auftrag gegeben, das den Bedarf an Plätzen in der Gemeinde ermitteln soll. „Dieses Konzept soll im Oktober vorliegen und ist Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln“, sagt Reinholdt. Erst dann könne die Gemeindevertretung einen Beschluss fassen und Haushaltsmittel freigeben. „Ob es dann ein Kunst- oder Naturrasen wird oder eine ganz andere Lösung herauskommt, hängt von dem Konzept ab. Derzeit sind noch viele Fragen offen“, sagte der Bürgermeister.

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