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Unterkunft in Putlos: Gädechens contra Landesregierung

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zwischen Ostholsteins Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens (CDU) und dem Kieler Innenministerium ist ein Streit um die Zukunft der Flüchtlingsunterkunft in Putlos entbrannt. „Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Truppenübungsplatz Putlos muss schnellstmöglich geräumt werden“, forderte Ingo Gädechens und stieß dabei auf Widerspruch aus Kiel. „Bis Jahresende besteht zwischen Bundeswehr und Land eine vertragliche Vereinbarung über die Nutzung der Kaserne in Putlos als Flüchtlingsunterkunft“, erklärte Patrick Tiede, Sprecher des Innenministeriums dem OHA.

Eine vorzeitige Auflösung des Standorts sei nicht vorgesehen. Ziel sei es vielmehr weiterhin, in Schleswig-Holstein über 20  000 Plätze für die Unterbringung von Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen zu schaffen, um auf einen erneuten Anstieg vorbereitet zu sein, sagte Tiede. Dabei spiele der Standort „in großem Einvernehmen“ mit der Bundeswehr eine bedeutende Rolle.

Das sieht Gädechens anders: „Die Unterbringung in den Räumlichkeiten der Wagrienkaserne war ein Notbehelf, der nun zügig beendet werden muss, um den Übungsbetrieb der Bundeswehr nicht weiter zu beeinträchtigen.“ Der Standort Putlos werde nicht mehr für die Unterbringung der Flüchtlinge benötigt.

Derzeit sollen nur 101 Plätze von 1440 belegt sein. Zeitgleich haben die Kommunen zahlreiche Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen, die zum Teil noch leer stehen. Grund für die Gädechens Forderung sind Meldungen, wonach viele gerade erst aufwendig eingerichtete Flüchtlingsunterkünfte unterbelegt sind oder leer stehen. Bezahlt und bewacht werden müssten diese Unterkünfte trotzdem. „Das Land sollte die Aktion ‚Helfende Hände‘ der Bundeswehr nicht über Gebühr in Anspruch nehmen.“ Darüber hinaus fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete, dass die Zuweisungspraxis vom Land noch erheblich verbessert werden müsse.

Gädechens: „Die Truppe braucht den Übungsplatz, um sich auf bevorstehende Auslandseinsätze wie zum Beispiel in Mali gewissenhaft vorbereiten zu können.“ Zwar habe sich die Bundeswehr in den vergangenen Monaten mit der Situation arrangiert, aber eine Idealkonstellation auf noch längere Zeit sei dies nicht. „Ich habe bereits Gespräche mit dem zuständigen Inspekteur der Streitkräftebasis geführt – der Mietvertrag mit dem Bundesamt für Migration und dem Land Schleswig-Holstein könnte zügig aufgelöst werden – und dies sollte auch baldmöglichst geschehen.“

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erstellt am 13.Feb.2016 | 05:05 Uhr

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