zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 18:06 Uhr

Unsere neuen „Korrespondenten“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Finn Ewert aus Benz und Thies Hamann aus Fissau sind die beiden neuen „Ostholsteiner in aller Welt“ des Ostholsteiner Anzeigers

Seit vielen Jahren lässt der Ostholsteiner Anzeiger junge Leute zu Wort kommen, die sich in die weite Welt hinaus wagen. In der Rubrik „Ostholsteiner in aller Welt“ setzen Finn Ewert aus Benz (Gemeinde Malente) und und Thies Hamann aus Eutin-Fissau diese Tradition fort.

Beide haben dieses Jahr ihr Abitur gemacht: Finn Ewert am Niedersächsischen Internatsgymnasium in Bad Bederkesa, Thies Hamann an der Eutiner Weber-Schule. Und beide haben sich dazu entschieden, ein Jahr lang Erfahrungen in einem anderen Erdteil zu sammeln.

Finn Ewert ist vergangenen Monat nach Südafrika geflogen. Auf ihn hat kein unbekanntes Land gewartet, vor drei Jahren war er für eine dreiwöchige Bildungsreise in Kapstadt. „Mir ist da bewusst geworden, wie groß und facettenreich doch die Welt ist. Seitdem hat mich das Fernweh gepackt. Ich finde es spannend, neue Länder zu bereisen und fremde Kulturen kennen zu lernen. Die Zeit zwischen Schule und Studium ist für mich eine gute Gelegenheit, meine Erfahrungen in der Ferne zu intensivieren“, sagt der 19-Jährige.

Er habe sich bewusst dafür entschieden, sich in einem sozialen Projekt zu engagieren und dabei Erfahrungen über ein Leben in einem anderen Kulturkreis zu sammeln. Die Entscheidung für Südafrika sei befördert worden durch seine erste Reise nach Kapstadt: „Ich war einerseits überwältigt von der Schönheit des Landes, andererseits aber auch irritiert über die immer noch bestehende soziale Ungleichheit. Um noch mehr über das Land und seine Bevölkerung zu erfahren, habe ich mich für einen Freiwilligendienst in Südafrika entschieden.“ Und ein Schlüsselerlebnis sei ein Tag und eine Nacht in einem Township bei einer Bekannten seiner Gastmutter gewesen: Er sei beeindruckt gewesen von der Gastfreundschaft und entsetzt über die Lebensverhältnisse.

Über die Oganisation „Weltwärts“ ist Finn Ewert mittlerweile in Mamelodi bei Pretoria gelandet. Dort kümmert sich die Organisation „Tateni Home Care Nursing Service“ vor allem um Aidswaisen sowie Kinder und Jugendliche aus armen Familien, die durch verschiedene Programme betreut und gefördert werden – und bei denen Finn Ewert eingesetzt ist.

Im Vergleich zu Finn Ewert, der mit ausreichenden Englisch-Kenntnissen in ein bekanntes Land reist, hat sich Thies Hamann zu einem Sprung ins kalte Wasser entschieden: Der 19-jährige Eutiner hatte sich zunächst bei dem Verein „Weltweite Initiative“ über mögliche Einsatzländer informiert und sich schließlich für Nicaragua entschieden.

Fakt Nummer eins: Er war noch nie in Lateinamerika. Fakt Nummer zwei: Er konnte kein Spanisch. „Das hab’ ich mir selbst beigebracht“, sagt der 19-Jährige. Er habe Hörbücher zu Hilfe genommen, Vokabeln gepaukt und sei nach einem Praxistest im Rahmen der Vorbereitungen sehr zuversichtlich, dass er ein ausreichendes Sprachfundament hat.

Wie bei Finn Ewert waren auch bei Thies Hamann die Erwartungen gut definiert, was er von einen Jahr in der Ferne erwartet: Er wolle auf keinen Fall „Sozialtourismus“, sondern durch praktische und nützliche Arbeit eintauchen in ein fremdes Land. Die Entscheidung für Nicaragua sei vor allem wegen der Geschichte des Landes und der aktuellen politische Entwicklung gefallen. In Nicaragua beendete 1979 eine sozialistische Revolution eine Diktatur, nach einem Bürgerkrieg stabilisierten sich die Verhältnisse in dem Land, seit den 1990er Jahren gab es mehrere friedliche Machtwechsel, die durch Wahlen legitimiert wurden. Thies Hamann ist im September in die Stadt Nueva Guinea im Süden des Landes gereist, wo er sich als Lehrer-Praktikant an einer Montessori-Schule nützlich machen soll.

Finn Ewert und Thies Hamann werden regelmäßig über ihre Länder, Projekte und Erfahrungen berichten. Und beide würden sich nicht nur über Interesse an ihren Berichten im OHA freuen, sondern auch über finanzielle Unterstützung von sozialen Projekten an ihrem jeweiligen Wirkungsort. Spendenkonten werden jeweils im Zug der Berichte veröffentlicht. Finn Ewert unterhält außerdem eine Internet-Seite. >

www.finn-in-suedafrika.de


zur Startseite

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 17:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen