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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 17:37 Uhr

Fussball : Uns Uwe und der Geist von Malente

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Ehrenspielführer der Fußballnationalmannschaft war am Samstag Ehrengast beim „Club der Goldenen“ im Uwe-Seeler-Fußball-Park.

„Wenn wir Sie nicht hätten, wäre der deutsche Sport sehr arm“, sagte Uwe Seeler. Es hat einen besonderen Klang, wenn der Ehrenspielführer der Deutschen Fußballnationalmannschaft solch ein Lob formuliert. Jeder in der Sporthalle des „Uwe-Seeler-Fußball-Parks“ wusste, dass ihnen der 77-Jährige keinen Honig um den Bart schmiert, sondern sagt, was er denkt. 120 ehrenamtliche Funktionäre, die der Schleswig-Holsteinische Fußballverband im „Club der Goldenen“, also der Träger der Goldenen Ehrennadel, gewürdigt hat, genossen das Treffen mit dem sportlichen Vorbild von Fußballgenerationen.

Günter Schmidt begrüßte den Ehrengast im Namen des Ältestenrates, der alle zwei Jahre zum Treffer der „Goldenen“ einlädt. Er erinnerte auf Platt an die Karriere von Uwe Seeler, sein erstes Länderspiel im Alter von 17 Jahren und das legendäre Kopfballtor bei der WM 1970 in Mexiko. Grau war die Haarfarbe, die gestern Nachmittag in der Sportschule des SHFV das Bild beherrschte. Wer die Goldene Ehrennadel verliehen bekommt, muss ehrenamtlich viel geleistet haben – und das viele Jahre lang. Es handele sich um einen „exquisiten Kreis“, meinte der 1. stellvertretende SHFV-Präsident Gerhard Schröder.

So hatten die meisten Gäste die passenden Bilder im Kopf, als der Geist von Malente beschworen wurde. „Der Geist von Malente ist eine Marke, die so gut ist, dass man sie eigentlich gar nicht erfinden kann“, sagte der Malenter Bürgermeister Michael Koch, der auf Reisen stets auf die Verbindung zwischen Fußball und Malente angesprochen wird. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach habe den Geist mit nach Brasilien genommen habe, den die Malenter 2006 vor der WM im eigenen Land in die Zentrale des Deutschen Fußballbundes nach Frankfurt gebracht hatten, sagte Koch beim Podiumsgespräch mit dem dem stellvertretenden SHFV-Präsidenten Gerhard Schröder, Michael Koch und Uwe Seeler, das Tim Cassel als stellvertretenden SHFV-Geschäftsführer moderierte.

Bürgermeister Koch schlug den Bogen zum Hier und Jetzt. Er unterstrich die Bedeutung der Besuche der U16-Juniorinnen mit dem Länderspiel gegen Dänemark und des Sichtungslehrgangs der U16-Junioren, die den Fußball-Standort Malente aufgewertet haben. Der Uwe-Seeler-Fußball-Park war für einige Gäste noch Neuland. Für sie organisierte der SHFV Führungen durch den alten und den neuen Teil des Gebäudes. Dabei besuchten sie im alten Teil das „Taktik-Zimmer“, in dem 1974 bei der WM in Deutschland nach der 0:1-Niederlage gegen die DDR der Geist von Malente geprägt wurde, als die Mannschaft um Kapitän Franz Beckenbauer sich auf wenigen Quadratmetern zusammenraufte. Sie machten aber auch Station im modernen Wellnessbereich mit Sauna und großzügig gestaltetem Ruhebereich sowie den neuen Zimmern, bei denen nur die Namensgebung nach Paul Breitner und Uwe Seeler an die Fußball-Historie erinnert.

Uwe Seeler schilderte die Ruhe, in der sich die Nationalmannschaft früher in Ruhe, entfernt vom städtischen Trubel auf die großen Turniere vorbereitet habe. „In Malente vereinen sich Vergangenheit und Gegenwart“, sagte Gerhard Schröder. Er verwies auf die besondere Rolle des Ehrengastes für den Fußballpark: „Uwe Seeler steht für Gradlinigkeit, Echtheit und Authenzität.“

Uwe Seeler liegt am meisten die Zukunft am Herzen: „Für den DFB wäre es sehr gut, wenn die Jugendnationalmannschaften hier ihr Quartier machen.“ Denn: „Der Standort Malente muss erhalten bleiben!“

 

 

 

 

 

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erstellt am 24.Okt.2014 | 11:34 Uhr

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