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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 00:50 Uhr

Unmut über gesperrten Stichweg schwelt weiter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dorfschaftsversammlung in Neudorf: Bürgermeister Schulz sagt zu, das Thema weiter zu verfolgen

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Die Sperrung des Stichwegs von der Plöner Straße zu den Sana-Kliniken sorgte bei der Dorfschaftsversammlung Neudorf am Donnerstagabend für gehörigen Unmut. Nach dem Verkauf des Weges durch den Kreis an die Sana-Klinik versperre nun ein verschlossenes Tor die Zuwegung zum Sana-Gelände, informierte Dorfvorsteher Rüdiger Haid.

Als „empörend und einen Skandal“ bezeichnete Andreas Stachowske diese Situation. Nach intensiven Recherchen ist der Neudorfer zur Erkenntnis gelangt, dass es sich um einen durch ein Gewohnheitsrecht geschützten Weg handele. Dieses gelte einem Urteil (VZR 35/08) des Bundesgerichtshofs vom 21. November 2008 zufolge bei Wegen, die vor dem Jahr 1900 als öffentlich deklariert worden seien. Als Grundlage und Nachweis verwies Stachowske auf einen Lageplan aus dem Jahr 1897, den er im Landesvermessungsamt eingesehen habe und der ihm als Kopie vorliege. Aus dem Stadtarchiv habe er entnommen, dass der Weg seit 1870 öffentlich begehbar sei.

Auslöser für die Durchgangssperre waren nach Angaben der Klinik brenzlige Situationen zwischen Fahrradfahrern und Rettungswagen im Bereich der Notaufnahme der Klinik (wir berichteten). Protokolle von Rettungswagenfahrern, die das belegen, gebe es nicht, monierte Haid. Anhand von Bildern dokumentierte er die mittlerweile alternativen Wegstrecken von Fußgängern wie Radfahrern. Nur fünf Meter neben der verschlossenen Pforte könne man über einen Trampelpfad und einen niedergetretenen Zaun das Sana-Gelände erreichen. Um einen kürzeren Weg zum Bahnhof und in die Stadt zu haben, werde außerdem der katholische Friedhof in Anspruch genommen. Ein weiterer Weg führe neben dem Friedhofsgelände entlang. Eine Pforte, die mit einer Fahrradkette optisch verschlossen scheine, lasse sich durch Anheben leicht öffnen.

Der Stadt Eutin liegen die Unterlagen von Andreas Stachowske bereits vor. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz sagte zu, dass das Thema weiterverfolgt und den Stadtvertretern vorgelegt werde.

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