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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 17:56 Uhr

Uni entzieht die Ehrensenatorwürde

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Professor Alfred Schittenhelm war verstrickt in die NS-Diktatur

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2016 | 17:32 Uhr

Er war alles anderes als ein bloßer Mitläufer, er hat vielmehr die Politik der Nationalsozialisten an der Universität aktiv durchgesetzt und darauf seine eigene Karriere aufgebaut – die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) hat gestern ganz offiziell dem Internisten und Professor Alfred Schittenhelm (Foto) die Ehrensenatorwürde entzogen. Eine Auszeichnung, die die CAU ihm 1951 zuerkannt hatte – nur sechs Jahre nachdem die britische Militärregierung ihn aus dem Hochschuldienst entlassen hatte. Die Entscheidung im Akademischen Senat fiel gestern einstimming, wie Professorin Silke Göttsch-Elten als Vorsitzende mitteilte. Sie fügte hinzu: „Die Ernennung zum Ehrensenator ist nicht mehr nachvollziehbar.“ Ausschlaggebend für die Aberkennung sind jüngere Forschungen zu Schittenhelms Verstrickungen in die NS-Diktatur. So hatte eine Gruppe um die Professoren Oliver Auge und Norbert Luttenberger im Projekt „Kieler Gelehrtenverzeichnis“ die Lebensläufe von Wissenschaftlern unter die Lupe genommen. Sie konnten belegen, dass Schittenhelm zu den am stärksten belasteten deutschen Internisten überhaupt gehörte. Er betrieb 1933 die Absetzung des gewählten (jüdischen) Vorsitzenden Leopold Lichtwitz. Seine Politik war antisemitisch und völkisch. Schittenhelm war Mitglied sowohl der NSDAP wie der SS, richtete bereits 1934/35 in seiner Klinik (in München) eine Abteilung für „Erbpflege und Erbforschung“ ein.

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