zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 04:45 Uhr

Unfallzahlen im Kreis steigen weiter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Polizei beschäftigen immer mehr ältere Unfallverursacher auf Elektrobikes

von
erstellt am 07.Apr.2017 | 12:38 Uhr

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Plön ist 2016 erneut leicht gestiegen. Sie hat mit 3968 den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre erreicht. Das erläuterten der Leiter der Polizeidirektion Kiel, Thomas Bauchrowitz, und der für den Bereich Verkehr zuständige Polizeihauptkommissar Stefan Kalinowski, am Freitag bei einem Ortstermin in Preetz.

Die dortige Kreuzung Hufenweg/Güterstraße war 2016 der Unfallschwerpunkt im Kreis. Acht dieser Schwerpunkte ermittelte die Verkehrspolizei nach ihrer Unfallhäufigkeit im Kreis. An der seit Jahren berüchtigten Kreuzung in Preetz kam es im vergangenen Jahr zu sechs Unfällen – vier Links-Abbiegeunfälle und zwei Auffahrunfälle.

Bei 3200 Unfällen gab es keine Personenschäden; 1432 waren Wildunfälle. 2016 starben vier (2015: sechs) Menschen bei Unfällen auf den Straßen im Kreis – zwei Kradfahrer, ein Radfahrer und ein Autofahrer. Nach einem kontinuierlichen Anstieg in den voraus gegangenen Jahren sank 2016 erstmals wieder die Zahl der Motorradunfälle von 80 auf 71 im vergangenen Jahr. „Gut Zweidrittel aller Unfälle wurde dabei von den Kradfahrern selbst verursacht“, so Kalinowski. Die Hauptgründe sind immer die gleichen: zu hohe Geschwindigkeiten und die Vorfahrtmissachtung zwischen Krad und Pkw.

Dagegen hat sich die Zahl der Fahrradunfälle erneut um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr von 103 auf 114 erhöht. Auffallend dabei die Zahl der von 8 auf 14 gestiegenen Unfälle mit den elektrisch betriebenen Pedelecs. In der Hälfte der Fälle waren die Fahrer dabei über 70 Jahre alt. Jeder zweite Fahrradunfall ist von den Radlern selbst verursacht worden, so die Polizei in ihrer Statistik. „Zu nennen sind dabei an erste Stelle nicht angepasste Geschwindigkeit (!) und dann Drogen und Alkohol am Lenker“, so Kalinowski.

Deutlich zurückgegangen ist dagegen die Zahl von Pkw- Unfällen unter Alkohol und/oder Drogeneinfluss. Insgesamt registrierte die Polizei 40, bzw. sechs dieser Unfälle. „Das ist der niedrigste Stand der letzten zehn Jahre.“ Leicht erhöht – von 36 auf 39 – hat sich die Zahl der Unfälle von Fußgängern. Dies gilt besonders für Senioren. Das waren 65 mehr in 2016 gegenüber 150 vor zehn Jahren. Verletzt wurden bei den Unfällen 647 Personen, 93 weniger.

Insgesamt überprüfte die Polizei im vergangenen Jahr 33  700 Fahrzeugführer bei Geschwindigkeitsmessungen, 4700 waren dabei zu schnell. 63 mal wurden Fahrverbote ausgesprochen. Am Rande bemerkt: in 100 Fällen wurden Fahrer kontrolliert, die während der Fahrt ihr Handy nutzten. Im Gegensatz zu Kiel wurden im Kreis Plön 611 Fälle von Unfallflucht registriert, das entsprach 15 Prozent aller Unfälle. In der Landeshauptstadt Kiel dagegen waren es fast 27 Prozent aller Unfälle.

Acht Unfall-Schwerpunkte wurden von der Polizei im Kreis Plön identifiziert. Neben der Kreuzung in Preetz waren dies die Zufahrt zum Ostseepark in Raisdorf, der Bereich Dreikronen, erneut die Kreuzung Seekrug an der B  202, die Kreuzung Königsberger Straße/B  202 in Lütjenburg, die B  502 im Bereich Heikendorf, der Zubringer B  76/B  202 in Schwentinental, der auch schon im vergangenen Jahr auffallend war und die Kreuzung L  165 in Stakendorf.

Zur Entschärfung des Unfallschwerpunktes Hufenweg/ Güterstraße in Preetz sind bereits erste Maßnahmen zur Entschärfung der Situation getroffen worden, erläuterte Kalinowski. Die Stoppschilder in der Güterstraße stehen bereits, eine Tempo-30-Zone im Hufenweg bis zur Schule wird folgen. „Die Polizeidirektion Kiel ist weiterhin bestrebt, die Verkehrssicherheit mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu erhöhen“, betonte dabei Behördenleiter Thomas Bauchrowitz. Eine „hohe, auch landesweiter Priorität, hat dabei die Aufklärung und Überwachung der verbotenen Handynutzung am Steuer.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen