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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 10:56 Uhr

Unfallflucht mit einem Pferd

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zweijähriges Kind verletzt / Reiterin ist bereits polizeilich vernommen / Staatsanwalt prüft eine Anklage

von
erstellt am 08.Jun.2016 | 11:42 Uhr

Die Polizei in Lütjenburg ermittelt in einem seltenen Fall von Unfallflucht im Zusammenhang mit einer Reiterin. Bei dem Unfall ist ein zweijähriges Kind verletzt worden.

Jeder Reiter, der sich im öffentlichen Verkehrsraum bewegt, unterliegt den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO). Gemäß § 28 II dieses Gesetzes gelten sämtliche Verkehrsregeln für ihn sinngemäß. Er sollte außerdem nicht vergessen, dass er bei Unfällen sich erst dann von der Unfallstelle entfernen darf, wenn der Unfallgeschädigte oder die Polizei dieses erlaubt. Andernfalls kann er sogar den Straftatbestand der Verkehrsunfallflucht erfüllen.

Soweit die klare Rechtslage. Ende Mai war eine Mutter mit ihrem zweijährigen Sohn, ihrer fünfjährigen Tochter und ihrem angeleinten Hund gegen 17.45 Uhr auf einem Spaziergang in Richtung Satjendorf, als ihnen eine Reiterin auf einem Island-Pferd entgegen kam. Neben ihr lief unangeleint ein kräftiger Labrador. Sicherheitshalber blieb die Mutter mit ihrem Hund an der Seite stehen, nahm das Tier zwischen die Beine und hielt ihren Sohn fest. Ihr Hund tue doch nichts, sagte die Reiterin, so die Betroffene später. Doch der schlich sich kurz darauf von hinten an den Hund der Mutter heran. Es kam zu einer „Rauferei“ der Hunde, bei dem das fremde Tier den Zweijährigen zu Boden warf. Die Reiterin warf laut späterer Anzeige bei der Polizei nur einen Blick auf die Geschädigten, weigerte sich, obwohl darum gebeten, anzuhalten oder ihre Adresse zu geben. Sie ritt stattdessen einfach in Richtung Hohenfelde weiter.

Da das Kind über Schmerzen klagte und seinen Arm nicht mehr bewegen konnte, ließ die Mutter den Jungen von einem Arzt untersuchen. Der stellte einen Schlüsselbeinbruch bei dem Kind fest.

Auf Grund der Anzeige der Mutter ist die Polizei in Lütjenburg nun tätig geworden. Sie hat die offenbar aus Kiel stammende Reiterin ermittelt und vernommen. Nach Angaben der Polizei-Pressestelle in Kiel geht die Akte jetzt an die Staatsanwaltschaft. Sie wird darüber entscheiden, ob Anklage gegen die Reiterin erhoben wird – mit den entsprechenden Konsequenzen für sie im Falle einer Verurteilung vor Gericht. Versicherungs- und haftungsrechtlich handele ein Reiter zumindest grob fahrlässig.

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