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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 02:16 Uhr

Undine II geht in die zweite Runde

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Deutsch-dänisches Projekt zu nachhaltigem Tourismus und Meeresschutz verlängert / Pläne für die kommenden drei Jahre vorgestellt

„Das ist doch langweilig“ – ein gängiges Vorurteil, wenn es um das Tauchen in der Ostsee geht. Dass die Unterwasserwelt in der Fehmarnbelt-Region interessanter, vielfältiger und farbenfroher ist als vielfach angenommen, will das deutsch-dänische Projekt Undine II ins Bewusstsein rücken. Dabei geht es natürlich nicht nur um Schönheit – nachhaltiger Tourismus und Meeresschutz sind die langfristigen Ziele.

Der Name des weiblichen Wassergeistes steht als Abkürzung für „Underwater Discovery and Nature Experience“, die Zwei weist darauf hin, dass es ein Folgeprojekt der ersten dreijährigen Undine-Aktion ist, die im Jahr 2015 endete. Gestern wurde die Neuauflage im BUND-Umwelthaus Neustädter Bucht in Neustadt von den Projektpartnern vorgestellt – hier wurde auch die „Ur-Undine“ initiiert. Der BUND Schleswig-Holstein hat die Federführung übernommen, mit dabei sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Geobytes KG, das Ostsee Info-Center Eckernförde, die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht, die dänische Gemeinde Vordingborg sowie eine Vielzahl weiterer Kooperationspartner auf dänischer wie deutscher Seite. Insgesamt ist es eine groß angelegte Vernetzung; Umwelt und Naturschutzexperten arbeiten eng mit Touristikern zusammen, um die Ostsee als attraktives Reiseziel zu fördern und gleichzeitig ihren Erlebnis- und Erholungswert langfristig zu schützen.

Bei rund 1,4 Millionen Euro Gesamtkosten wird Undine II mit 1,1 Millionen Euro aus dem Interreg-Topf – einem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung – gefördert. Inhaltlich aufbauen kann es auf dem soliden Grundstock an diversen – multimedialen wie physischen – Zugängen in die Unterwasserwelt der Ostsee, die durch das Vorgängerprojekt geschaffen wurden. Die weitere Entwicklung sieht einen sanften und geführten Unterwassertourismus vor, der bei Einheimischen wie Touristen dieses durchaus nicht ungefährdete Biotop in den Focus rückt. Sensible Bereiche, in denen der Mensch das biologische Gleichgewicht stören könnte, werden ausgeklammert und dadurch geschützt.

Zum Angebot gehören beispielsweise Tauchkurse mit Schnorchel oder Atemgerät. Eine wesentliche Aktivität gilt auch der Kartografierung von Tauchgebieten und der Anlage von Unterwasser-Lehrpfaden. Für wasserscheuere Zeitgenossen wird das Meeresboden-Erlebnis auch an Land nachvollziehbar gemacht – bereits die erste Undine hinterließ einige beeindruckende Unterwasserfotos und -filme (können auf www.undine-baltic.eu angesehen und kostenlos heruntergeladen werden). Diese Galerien sollen weiter ausgebaut und die Artenbestimmung durch Fotos möglich gemacht werden. Schautafeln, Unterwasser-Livecams und Ausstellungen ergänzen das Meeresboden-Erlebnis.

Dass das Projekt im Gegensatz zur ersten Undine deutlich an Reichweite und Bedeutung gewonnen hat, zeigt sich nicht nur in einer stark gestiegenen Anzahl von Kooperationspartnern, sondern auch in der Verlegung der „Zentrale“ – war es bei der Erstausgabe noch das Umwelthaus in Neustadt, arbeitet die Projektkoordinatorin Stefanie Sudhaus jetzt in Kiel in der Geschäftsstelle des BUND.

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