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Altmaier in Plön : „Umweltschutz und Wohlstand“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bundesumweltminister Peter Altmaier war Dienstagabend bei der Jubiläumsfeier des Wirtschaftsrats der CDU zu Gast.

Plön | Das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Umweltpolitikern birgt immer auch Konfliktstoff. Deshalb wunderte es Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) auch etwas, dass ausgerechnet er gestern Abend ins Plöner Schloss die Festrede halten sollte. Dort feierte der Landesverband des Wirtschaftsrats der CDU das 50-jährige Bestehen des Wirtschaftsrats Deutschland – für sein Kommen hatte der Plöner Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende des Wirtschaftsrats, Dr. Philipp Murmann, gesorgt.

Altmaier fand schnell eine Erklärung für seine Einladung und lieferte den etwa 140 Gästen aus Politik und Wirtschaft im Rittersaal des Schlosses obendrein eine Kostprobe seiner Fähigkeit zur Selbstironie: „In der ganzen Republik demonstriert niemand so gut das Wohlstandsniveau, das wir in dieser Zeit erreicht haben“, scherzte der gewichtige 55-Jährige, der seine engagierte Rede frei vortrug. Es war nicht das einzige Mal, dass Altmaier die Lacher auf seiner Seite haben sollte, die folgenden Pointen zielten dann jedoch eher auf den politischen Gegner – schließlich ist in wenigen Tagen Bundestagswahl und der ehemalige parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion will sich auch in den nächsten Jahren um die Energiewende kümmern.

Doch bevor Altmaier darauf zu sprechen kam, dankte er den Unternehmern für ihre Bemühungen in Sachen Umweltschutz: „Wir haben heute blühende Landschaften“, die starke Verschmutzungen der Umwelt gehörten in Deutschland heute der Vergangenheit an.

Anders als bei den Grünen heiße es bei der CDU nicht „Umwelt oder Wohlstand“, sondern „Umwelt und Wohlstand“, erklärte Altmaier. Doch nicht nur seine „grünen Freunde“ aus der „Pizza-Connection“ – einem Gesprächskreis zwischen einigen jungen Abgeordneten der CDU und Bündnis 90/Die Grünen in den 1990er-Jahren, dem Altmaier angehörte – bekamen einen Seitenhieb, auch die Unternehmer: Ob es um Elektroautos oder die Entwicklung von Energiespeichern gehe, immer wieder höre er die Worte „Ohne Anreize wird es nicht gehen“, klagte Altmaier.

Dabei setzt der Bundesumweltminister beim Umweltschutz auch auf die Unternehmen. Zwar seien die Strompreise zu schnell gestiegen – 20 Prozent innerhalb von drei Jahren –, doch dies löse eine enorme Innovationskraft aus: „Wir haben Zehntausende von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Unternehmern, die darüber nachdenken, wie wir die Probleme der Energiewende lösen“, erklärte Altmaier und geriet richtig in Fahrt, als er etliche Beispiele und Ideen auflistete: von einer Firma, die mit Eis aus dem Winter im Sommer kühlt oder Lastwagen, die auf der Autobahn nicht mit Diesel, sondern mit Strom aus einer Oberleitung fahren. Die deutsche Wirtschaft habe zwei Innovationswellen verpasst. Die der Unterhaltungselektronik durch die Japaner und die der Computer und des Internets durch die Amerikaner. Jetzt stehe mit der Energiewende eine dritte Welle an. „Deshalb wäre es gut, wenn wir jetzt vorneweggehen“, forderte Altmaier.

Die Energiewende könne außerdem helfen, einer wachsenden Technikfeindlichkeit der jüngeren Generation zu begegnen, glaubt Altmaier. Denn erstmals biete sich hier die Chance, zu beweisen, dass Technik die Umwelt bewahren könne.

Weitere Redner des Abends waren der Ehrenvorsitzende des Wirtschaftsrats, Dr. Dieter Murmann und der ehemalige Landeswirtschaftsminister Dr. Jürgen Westphal.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 04:00 Uhr

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