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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 12:48 Uhr

Eutin : Ums Schloss wabert die Skepsis

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schloss-Manager Matthias Bönsel bekommt in Eutin viele Vorbehalte zu hören: „Was passiert mit unserem schönen Schloss?“

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 18:24 Uhr

Die Gastronomie erweitert, neue Ausstellungsräume etabliert, jede Menge Konzerte angekündigt, mit dem „Festival der Führungen“ für Ende September eine bundesweit einmalige Veranstaltungsidee konzipiert, die Einnahmen in die Höhe getrieben – im Schloss Eutin tobt das Leben, das kulturelle, endlich so, wie es die Schloss-Stiftung wünscht. Und doch hat es Matthias Bönsel, der Programmmacher der Stiftung, schwer mit dem direkten Umfeld: „Die Eutiner haben, anders als Fremde, Probleme mit der Wahrnehmung der Dinge, die hier in Gang gesetzt werden.“

Der Kulturberater, seit Mitte Juni kommissarischer Verwalter der Schlossgeschäfte, spürt in Eutin tiefe „Skepsis, was passiert mit unserem schönen Schloss“. Seine Antwort: „Wir haben derzeit zentralere Aufgaben, als uns um Sonnenschirme und Bollerwagen zu kümmern. Wir müssen erst die Strukturen einziehen, die auf die Zukunft zielen. Dann soll das Schloss auch für die Lübecker, für die Kieler, sogar für die Hamburger der Ort sein, den sie am Wochenende besuchen wollen.“

Auf dem Weg dahin hat Bönsel allerdings etliche Eutiner nachhaltig verprellt. Im kulturellen, administrativen und politischem Beziehungsgeflecht der Kreisstadt wabert der Unmut. Geplatzte Termine, kurzfristige Veranstaltungsplanungen, hemdsärmeliger Umgang mit konservatorischen Erfordernissen im Schlossmuseum und der Sicherheit der Schließanlage – die Liste der Vorwürfe wächst. Bönsel hat davon gehört, entgegnet dies: „Wir werfen nicht mit Marketing-Mitteln um uns. Da die Strukturen fehlen, muss es manchmal einfach noch von der Hand in den Mund gehen.“ Und lächelnd: „Nächstes Jahr gibt es einfarbige Schirme.“

Ob er sich um die künftig hauptamtliche Vorstandsarbeit für die Stiftung bewerben wird, ließ Bönsel gestern vor der Presse offen. Als kaufmännisch ausgebildeter Berater von über 80 Kulturunternehmen kenne er Wege zum Erfolg. Im Schloss sei er ungeplant „hereingerutscht“ in die praktische Umsetzung: „Die Aufgabe macht Riesenspaß, ist aber nicht nur ein Vergnügen. Aber ob ich das weitermache oder jemand anders, Hauptsache, es ist erfolgreich. Das braucht die Region.“

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