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Neue Lampen für Malente : Umrüstung wird Zeit brauchen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine kompletter Ersatz der alten Straßenlampen in Malente durch moderne LED-Technik würde viele hunderttausend Euro kosten

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 08:00 Uhr

„Die kann bleiben“, sagt ein Anlieger im Bärwalder Weg über eine neue Straßenlaterne vor seiner Haustür. Seit wenigen Tagen stehen an der Straße sieben neue LED-Lampen, davon vier unterschiedliche Lampen-Typen. Das neue Licht sei deutlich heller und scheine weniger auf die Grundstücke, berichtet eine Anliegerin. Sie hat auch schon ihren Favoriten: Ein Lampentyp, der ein wärmeres Licht als die anderen Lampen abstrahlt. „Der passt gut in unsere Straße“, findet sie.

Der Bärwalder Weg gehört neben der Kellerseestraße, der Schule Sieversdorf, dem Hagnerschen Weg und dem Hasselried in Sieversdorf zu den „Teststrecken“ für eine neue LED-Straßenbeleuchtung in der Gemeinde (wir berichteten). Rund drei Dutzend verschiedene Lampentypen sollen dort bis Ende März probeweise aufgebaut und dabei auf ihre Eignung geprüft werden, berichtete Bauamtsmitarbeiter Uwe Thies im Planungsausschuss. Bei den Lampen handele es sich um Testexemplare, die die Hersteller zur Verfügung gestellt hätten.

Eines wurde im Planungsausschuss deutlich. Die Umstellung der Malenter Straßenbeleuchtung auf LED-Technik wird sich über viele Jahre hinziehen. Thies sprach von 1480 Lichtpunkten in der Gemeinde. Bei 60 Prozent handele es sich um Quecksilberdampflampen, die ab Ende 2014 nicht mehr verkauft werden dürfen. Manche ließen sich aber zu Stückpreisen von 70 Euro auf sparsamere Halogen-Metalldampf-Leuchten umrüsten. Für 400 bis 500 Lampenköpfe gebe es allerdings keinen Ersatz mehr, erklärte Thies. Diese müssen also auf absehbare Zeit ersetzt werden.

Thies schwebt vor, eine Umrüstung aller Straßenlampen über einen Zeitraum von zehn Jahren zu strecken. „Da die Technik in den nächsten zehn Jahren effektiver wird, wäre es sinnvoll, die Sache langsam anzugehen.“ Auch SPD-Ausschussmitglied Heino Küster trat auf die Bremse, indem er auf Daten aus dem noch nicht beschlossenen Klimaschutzkonzept verwies: „Bei der Straßenbeleuchtung handelt es sich um 0,8 Prozent des Stromaufwandes in der Gemeinde, und wir wollen dafür 500 000 Euro ausgeben“, warf er kritisch ein.

Auch Gemeindevertreter Uwe Potz (CDU) sieht die Kosten kritisch: „Der Haushalt wird es nicht zulassen zu sagen: Wir rüsten morgen Malente um“, sagte er. Ausschussvorsitzender Klaus Schützler (CDU) nannte bis zu 600 000 Euro Investitionsbedarf für den Austausch aller Lampen und Gemeindevertreter Peter Sauvant (Grüne) hielt gar 900 000 Euro für „gering geschätzt“. Kosten könnten unterdes-sen auch auf die Bürger zukommen. Denn in der Straßenbaubeitragssatzung ist auch eine Kostenbeteiligung von Anliegern für das Aufstellen neuer Lampen vorgesehen.

Aufgabe des Kommunalpolitiker wird es sein, Lampentypen auszuwählen, die künftig Malente erhellen sollen. Doch Uwe Potz zeigte sich von der Vielfalt der getesten Lampen schlicht erschlagen: „Ich bin bei 40 Lampen überfordert – tut mir leid.“ Doch die Qual der Wahl soll noch deutlich verringert werden. „Wir werden sicher einige Lampen aussortieren“, sagte Thies mit Blick auf die technische Bewertung der Testlampen, die sich nicht nur in ihrem Licht, sondern teils auch in ihrem Aussehen erheblich unterscheiden.

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