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Landesgartenschau in Eutin: : Umgestaltung in vielen Schritten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadt führt erstes Planungsgespräch mit dem Sieger des Innenstadt-Wettbewerbs / „Sportlicher Zeitplan“ bis 2017/18

Das wird eine Herkulesaufgabe: Das Bahnhofsumfeld, die Peterstraße, der Markt, die Königstraße und der Bereich Am Rosengarten sollen bis 2017/18 einer Frischzellenkur unterzogen werden. Erste Ergebnisse sollen bereits zur Landesgartenschau (LGS), die 2016 in Eutin stattfindet, sichtbar sein, verspricht Bauamtsleiter Bernd Rubelt. Und die Schau ist auch der Anlass für die Planungen der Stadt, die gestern erstmals mit dem Sieger des so genannten freiraumplanerischen Wettbewerbs weiterführende Gespräche geführt hat.

Zehn Architekturbüros hatten zum Wettbewerb „Neugestaltung von Teilbereichen der historischen Innenstadt“ ihre Entwürfe eingereicht. Die Mitglieder des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses hatten sich vor rund zwei Wochen einstimmig für den Entwurf von „RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten“ entschieden. Das Büro Lenzen ist bereits 60 Jahre im Geschäft, hat neben dem Hauptsitz in Bonn Niederlassungen in Hamburg, Mannheim und Köln. Das rund 50-köpfige Planer-Team wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und kann eine lange Liste von Referenzen vorweisen (siehe Infokasten).

Büro-Chef Stephan Lenzen gab gestern unumwunden zu, dass sein Team „etwas geschockt“ war, als es hörte, wie viel in Eutin in kurzer Zeit realisiert werden soll. Es sei jedoch positiv zu bewerten, „dass die Stadt ein gesamtplanerisches Konzept vorsieht“, so Lenzen – will heißen: Bahnhof, Fußgängerzone und Marktplatz sollen aus einem Guss sein. Die Gestaltung und vor allem die Materialen für den Neuanfang sollen sich an den bereits verwendeten orientieren – Stephan spricht hierbei von einem „Materialkanon in der Stadt“.

Mit Hinblick auf die Landesgartenschau sollen die Arbeiten rund um den Bahnhof beginnen – dem Entree für die Gäste der LGS. Angedacht ist, die Besucher über eine Rampe – barrierefrei – vom Bahnhof über den Vorplatz und westliche Peterstraße in die Stadt zu führen. Gelenkt werden die Touristen sowohl über die neue Pflasterung – aus „gesägtem Naturstein“, so Stephan, also fußgängerfreundlich – als auch durch einen markanten Baumblock neben dem Bahnhof in Richtung Innenstadt.

Die Ladenzeile vor dem Gebäude der Telekom in der Peterstraße soll nach Planungen der Stadt noch in diesem Jahr abgerissen werden. Bauamtsleiter Rubelt ist angesichts von ersten Gesprächen mit der Post-Nachfolgerin zuversichtlich, was den zum Abriss nötigen Kauf des Gebäudes in der Peterstraße angeht.

Nicht nur die Infrastruktur wird überplant: Zu Fassadenwerbung, Reklame-Tafeln und Co. möchte die Stadt eine Leitlinie entwickeln, die „gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Händler schaffen“, so Rubelt. Wildwuchs solle so verhindert werden.

Viel Stoff für Abstimmungen und Diskussionen bietet auch die weitere Gestaltung von Markt und der Straße Am Rosengarten. Während letztere als verlängerter Teil der Fußgängerzone in den ersten Bereich der LGS münden und vielleicht von der Schloßstraße verkehrstechnisch getrennt werden soll, sehen die Planer den Markt als multifunktionalen Raum. Um mehr Platz für Veranstaltungen zu erhalten, sieht die RMP-Planung vor, den Obelisken weiter zum Rathaus hin zu versetzen. Ein im Boden versenktes Wasserspiel soll gedanklich den Brunnen ersetzen.

Drei Millionen Euro sind als Orientierung für die Umgestaltung der Freiflächen angedacht. Da nicht alle Ideen sofort umgesetzt werden können, werden die Bauvorhaben aufgeteilt, so Rubelt. Nach Bahnhof und Peterstraße sei nach der LGS Zeit, sich den weiteren Abschnitten zu zuwenden. Denn: „Wir wollen keine Baustellen in der Stadt zur Landesgartenschau“, sagt Rubelt. Dennoch sei der Zeitplan „sportlich“, so Stephan Lenzen – denn bereits im Sommer 2015 sollen die ersten Bagger zur Neugestaltung der Innenstadt rollen.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 12:15 Uhr

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