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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 22:15 Uhr

Umfangreiche Untersuchungen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Für die geplante Fehmarnsundquerung werden eine Reihe von Faktoren überprüft. Die Kosten für die Untersuchungen liegen im Millionenbereich und dauern zwei Jahre. Jetzt wurden Details für die Umweltuntersuchungen bekannt.

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 00:36 Uhr

Die Planungen für eine neue Fehmarnsundquerung gehen in die nächste Phase. Das Eisenbahn-Bundesamt, als zuständige Planfeststellungsbehörde, hat mit dem Festlegungsprotokoll zum so genannten Scoping den Rahmen und Raum für die anstehenden Umweltuntersuchungen festgesetzt.

In diesen Untersuchungen werden die Auswirkungen des Infrastrukturprojekts auf Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen, die biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kulturgüter, sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen diesen Schutzgütern untersucht.

Auf Einladung des zuständigen Eisenbahn-Bundesamtes wurde mit den Trägern öffentlicher Belange wie Behörden, Ministerien, Ämter und Gemeinden, sowie den anerkannten Natur- und Umweltschutzverbänden der inhaltliche, zeitliche und räumliche Untersuchungsrahmen und -umfang zu den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes abgestimmt. Im vorliegenden Projekt wurden gemäß den Verwaltungsgrundlagen rund 50 Institutionen beteiligt.

Die Vorhabenträger Deutsche Bahn AG und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV SH) haben zugesagt, über den vorgeschlagenen Untersuchungsumfang hinaus, folgende Forderungen zu beachten: Erhalt von Tourismus und Erholung, Berücksichtigung von Agrarstrukturen, Schutz von Anlagen des Gesundheitswesens, sozialer Einrichtungen und Erholungsflächen. Zudem wurde im Verfahren vereinbart, dass die Lärmschutzuntersuchungen auf örtliche Besonderheiten, wie beispielsweise Campingplätze, gesondert eingehen.

Ein weiteres Ergebnis des Scoping-Verfahrens ist die Ausweitung des Untersuchungsraums auf die Wasserflächen. Die Strömungsverhältnisse werden auf Anregung der Umweltverbände bis zum Wulfener Hals untersucht.

Ein Ziel des Scoping-Verfahrens ist es, auf die Erfahrungen und die Fachexpertise der lokalen Institutionen zurückzugreifen. So wurde vom Eisenbahn-Bundesamt festgelegt, dass mögliche Lebensräume von Uferschwalbenkolonien, die bisher nicht bekannt und nicht im Brutvogelatlas des Landes Schleswig-Holstein verzeichnet sind, in die anstehenden Untersuchungen mit aufgenommen werden.

Um den Fachaustausch während der bevorstehenden Untersuchungen weiter zu gewährleisten, wird die Deutsche Bahn zusammen mit dem LBV SH die lokalen Umweltverbände und die Umweltbehörden zeitnah zu einem „Expertenaustausch Umwelt“ einladen.

Auf Basis der Scoping-Unterlage und dem ergänzenden Festlegungsprotokoll des Eisenbahn-Bundesamts wird die Deutsche Bahn zunächst die Untersuchungsleistungen im marinen Bereich EU-weit ausschreiben. Die Kosten für die umfangreichen Untersuchungen im Sund liegen voraussichtlich im Millionenbereich und dauern zwei Jahre.

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